Archivum Rhenanum

Ein sehr interessantes Projekt ganz im Sinne rheinseins erscheint das Archivum Rhenanum. Auf dessen Website heißt es u.a.:

“In den deutschen und französischen Archiven am Oberrhein werden singuläre und bis weit in das Mittelalter zurückreichende handschriftliche Unterlagen zur Geschichte sowie zum Beispiel zu den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklungen der Region verwahrt. Sowohl „hohe Politik“ wie auch die familiär-privaten Beziehungen seiner Bewohner spiegeln sich in den Archiv-Dokumenten. Dieses Kulturgut bildet das „Gedächtnis“ und Rückgrat jeder touristischen und kulturellen Präsentation und Vermarktung der Region am Oberrhein und ihrer profanen oder kirchlichen Denkmäler, historischen Stätten und Orte. Allerdings war es bislang nur einem kleinen Personenkreis zugänglich: Sprache, Bildungsstand, die in den alten Unterlagen verwendete Schrift und besonders die verteilte Lagerung in der Region bilden erhebliche Barrieren. Das durch die Archive verwahrte historische Gedächtnis ist deshalb ein „schwieriges“. Besonders gravierend wirkt sich die jahrhundertelange Trennung des Kulturguts auf die beiden Staaten Deutschland und Frankreich aus: Es entstanden Grenzen auch in den Köpfen der Historiker, Forscher und vor allem bei den Menschen der Region Oberrhein, die im historischen Rückblick wenig oder gar nicht existierten. Ein gemeinsames, zweisprachiges und auch inhaltlich grenzüberschreitendes Portal sowie ein offenes Netzwerk von Archiven, das unterstützt wird von historischen und landeskundlichen Experten, Einrichtungen und Vereinen, sollen die genannten Hindernisse überwinden.

Die beteiligten Archive und die anderen Projektpartner wollen das historische Gedächtnis des Oberrheingebiets virtuell wiederherstellen und dadurch Grenzen überwinden. Es soll durch moderne Erläuterungen, konsequente Zweisprachigkeit und durch die neuen Medien (Digitalisierung, Onlineangebote, bilinguale Kommunikationsplattformen – Blogs) der Öffentlichkeit einen bislang nicht verfügbaren Zugang zu ihrem „Gedächtnis“ bieten.

Zu den Maßnahmen der Partner im Projekt (2013-2015) zählen insbesondere:

- Aufbereitung grundlegender historischer Quellen
- Digitalisierung umfangreicher historischer Quellen zur Präsentation über das Portal
- Aufbau einer grenzüberschreitenden, bilingualen Datenbank (“Archivum Rhenanum”)
- Dauerhafte Präsentation der Datenbank über das Portal
- Vermittlung und Aufbereitung des Kulturgutes als „historisches Gedächtnis“ für die breite Öffentlichkeit
- Konzeption und dauerhafte Koordination einer öffentlichen Diskussions- und Kommunikationsplattform
- Durchführung konservatorischer Maßnahmen”

Bisher scheinen diverse Maßnahmen – besonders unter den digitalisierten Quellen erwarten wir großartige Funde – erst anzulaufen. Momentan finden sich auf der Website eher archivpolitische Einträge, sowie Hinweise auf Fachkonferenzen und aktuelle Ausstellungen, als direkt aufbereitete Quellen. Ein Beispiel für einen aufbereiteten Fund (“Französische Graffiti in Speyer (um 1945)”) – von denen wir uns noch sehr viele weitere erhoffen – findet sich unter diesem Link.


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