Wie Siegfried Brunhild für Gunther gewann

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In einem Drachenschiff reisen die rheinischen Recken nach (wahrscheinlich)

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Island, das gewaltig brennt, dieweil aus den flächendeckenden Bodenfeuern termitenhügelförmig Brunhilds Burg emporragt. Denn Siegfried soll Brunhild, die nur denjenigen heiraten mag, der sie im nordischen Eheschließungsdreikampf besiegt, für Gunther freien. Und wird sie besiegt, so versiegen auch des Landes Feuer. Was einen dramaturgischen Kniff Fritz Langs vorstellt, der über die Originalvorlage hinausgeht. Ohne Siegfrieds Hilfe, der unter seiner frisch erworbenen Tarnkappe in den Kampf eingreifen wird, ist Gunther Brunhild nicht gewachsen, was die Bildsprache deutlich unterstreicht: Brunhild (Hanna

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Ralph unter einem fantastischen Herrscherinnenhelm) sieht beim Eintreffen der rheinischen Recken niemand anderen als Siegfried für “den Kampf ihres Lebens” an. Der berühmte nordische Eheschließungsdreikampf besteht in Felsbrockenweitwurf, Weitsprung und Speerkampf. Verräterisch tänzelt des unsichtbaren Siegfrieds Schatten über den Kampfplatz vor der Burg, doch im Getümmel der Zuschauermassen aus rheinischen Recken und isländischen Jungfern fällt das nur dem informierten Filmbetrachter auf. Unter ein paar schönen frühen Trickblenden geht Siegfried dem zaudernden Gunther zur Hand, und die zuvor unbezwungene Brunhild ist besiegt. Hier noch ihre Burg

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im typischen Nordlicht. Ob es sich wirklich um Island handelt, läßt der Film ausgeklammert. Wo aber sollte es sonst dermaßen brennen, wo sonst im alten Nordland sollten solche Termitenburgen stehen?


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