The girl on a motorcycle

Auf die Fragen der vergangenen Posts kamen leider keine zureichenden Antworten, womit das Loreley-Buch von Maurice Genevoix weiter im rheinsein-Jackpot gilben darf. Die erfragte Ausreißerschönheit ist natürlich keine geringere als England`s Rose 1968 herself:

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Marianne Faithfull. Im Film The girl on a motorcycle spielt sie die Rebecca, eine mit ihrem Motorrad zwischen zwei Männern pendelnde Frau. Wir erinnern uns an böse Kritiken, die in etwa besagten, man sehe in diesem Film über 90 Minuten nur eine dauergrinsende Marianne Faithfull auf einer stillstehenden Harley, hinter der irgendwelche (!) Landschaften vorbeizögen. In der Tat freut sich die Kamera außerordentlich über dieses Gesicht: nicht daß wir Marianne Faithfulls Spiel in diesem Film zum Studienfach erheben möchten, doch können wir der Kamera ihre Verliebtheit definitiv nicht verdenken! Generell ist schwer zu sagen, um welches Filmgenre es sich bei The girl on a motorcycle handelt: es finden sich Elemente von Motorrad-Roadmovie (eine stark weiblich inspirierte Vorwegnahme von Easy Rider), Erotikfilm (der deutsche Titel lautet Nackt unter Leder, Marianne Faithfull schlüpft tatsächlich splitternackt in ihre Ledermontur: “Skin… it`s like skin… I`m like an animal… uh-h-hm”), poetisch-provokativer 68er-Etude (“This place stinks of old wars”) mit einer monologisierenden Motorbiene oder auch eines seltenen Upper Rhine Valley-Psychedelia-Freakouts

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(hier im Bild eine der fürs Elsaß typischen, beidseits pappelgesäumten Landstraßen, in ungewohnter Farbgebung). Zurück zum Handlungsverlauf. Der Morgendämmer lichtet sich und Rebecca heizt auf dem angenehmen Klangteppich des Soundtracks, unterbrochen von gelegentlichen Jauchzern, auffliegenden Vögeln und von ihrer Sexyness faszinierten Grenzern dem vielromantisierten Städtchen Heidelberg entgegen, wo ihr Geliebter Daniel (Alain Delon) an der Universität über freie Liebe doziert:

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“How beautiful my lover`s country is, humh-h-h – such architecture!”


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