Abenteuer Rhein (2)

Abenteuer Rhein von Andreas Ewels und Christine Elsner, zuvor kräftig beworben, auch auf rheinsein vorab angekündigt, dann aber still und leise im Termin (auf den heutigen Sonntag) verschoben, wirkt, wie im Vorfeld anzunehmen war, vor allem über seine Luftaufnahmen aus dem Blimp (“Prallluftschiff”), d.h. einem ferngesteuerten Kleinzeppelin und war schon vor der Urausstrahlung auf planet e am heutigen Tag in der ZDF-Mediathek (welche den Vorteil bietet, Filme anzuhalten oder zu spulen) vorhanden.
Wie der Tomasee plötzlich hinter Bergkuppen, die er spiegelt, aufscheint und die Kamera dem Alpenrhein durch enge Schluchten talab folgt, gibt visuell durchaus Stimmungen wider, die uns dort oben noch vor Kurzem erfaßten. Aus den folgenden Bildausschnitten Sedruns, der Ruinaulta, der Via Mala hätte sich mehr machen lassen.
Freundliche, bisweilen etwas unmotiviert wirkende Kurz-Interviews markieren die menschlichen Bojen im Kamerafluß. Tiermotive bevorzugt: ein Bündner Steinbockhüter, die südbadische Biberbeauftragte, der Artenreichtum des Taubergießens und ein Schlangenexperte, der nächst Wiesbaden mähshreddergefährdete Äskulapnattern präsentiert, dabei seine eigene Frage, wie die Schlangen an den Rhein gekommen seien, unbeantwortet läßt.
Kitschige, in der verwendeten Art völlig unangebrachte Hintergrundmusik spült die Talgeräusche weich, überspielt sie die meiste Zeit. Doppelte Länge (sowohl für Bildeinstellungen, als auch Interviews) und deutlich höhere Geschmackssicherheit bei der Musikauswahl (bzw weniger Verblendung bei den Originalgeräuschen) hätten der Doku wohl getan.
Alles in allem ein typisches ZDF-Produkt mit Mut zu Lücke und Lenor und mehrkamerafachem Befliegen der Oberfläche. Welche dann auch häufig (und häufig nichtmal zu unrecht) hübsch aufscheint. Der zweite Teil folgt Sonntag in einer Woche, in der Mediathek vielleicht sogar früher.


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