Das Lachen der Hühner: Rezension (4)

Die baden-württembergische Literaturzeitschrift allmende fokussiert, dokumentiert und begleitet seit gut drei Jahrzehnten das literarische Geschehen am Ober-, Hoch- und Alpenrhein. In der soeben erschienenen Nr. 89 schreibt Simone Nitsche über Das Lachen der Hühner:
“Auf gut 20 Seiten umweltfreundlichen Papiers entfalten Stan Lafleur und Helena Becker eine gewitzte Bestandsaufnahme ihrer Liechtensteiner Umgebung in Wort und Bild. Elf poetisch außerordentlich komplexe Sonette werden von ebenso vielen Papierschnitten begleitet, die der Bewegtheit der Gedichte als ruhender Pol gegenüberstehen. Die leicht gelbliche Färbung des Papiers verleiht Helena Beckers Arbeiten ein gewisse Sanftheit, wodurch die Radikalität der Landschaftsbilder, die Stan Lafleurs Lyrik entwirft, etwas gemildert wird. Lafleur erfasst punktgenau das Eindringen der Globalisierung in die beschauliche Ländlichkeit des Fürstentums Liechtenstein. Seine mitunter von Dialekt durchsetzte und zugleich poetisch klare Sprache bildet den Soundtrack einer Verzerrung, der Verzerrung des Althergebrachten. Hier, wo die Natur geradezu aufdringlich wirkt – in An Sonntagen dichtet Lafleur: „nach Waschmittel riecht der Wald (…) voll aufgedrehtes Bächleinplätschern“ – inmitten dieser Hochglanzidylle also entwickelt sich die Natur in Anbetracht des nie versiegenden Touristenstroms zu einer Parodie ihrer selbst. Frei nach der Formel: „Tausche Postkartenkulisse gegen Realität“ liefern Helena Becker und Stan Lafleur mit ihrem schmalen Band Das Lachen der Hühner einen aufschlussreichen Einblick in die Art und Weise, in der sich unsere Welt verändert.”


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Ein Kommentar zu “Das Lachen der Hühner: Rezension (4)”

  1. Rezension #2: Das Lachen der Hühner « parasitenpresse
    14. August 2012 um 11:51

    [...] Eine weitere Besprechung des Bandes Das Lachen der Hühner von Stan Lafleur und Helena Becker ist jetzt in der süddeutschen Literaturzeitschrift allmende erschienen. Nachzulesen hier [...]

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