Türkischer Rhein: Türkenbund

türkenbund

Die Bezeichnung des Türkenbunds geht vermutlich auf seine turbanförmige Blüte zurück und könnte insgesamt ein Lehnwort sein (das türkische Wort tülbent bedeute Turban, behauptet der aktuelle deutsche Wikipedia-Artikel über das Gewächs; wir fanden unter tülbent die Begriffe “Seihtuch” bzw. “Gazetuch mit gehäkelter Borte wie es türkische Frauen auf dem Lande tragen” bzw. “Batist” bzw. “Musselin” bzw. “Mull” bzw. “Tulpe” bzw. tatsächlich auch veraltet “Turban”). Am Rhein steht die gefleckte Lilie, “eine der schönsten Pflanzen unserer heimischen Wälder” (Natur-Lexikon.com), gern und oft, am liebsten in Höhenlagen. Das fotografierte Exemplar fand sich in deutlich über 1000 Metern Höhe am Alpenrhein.

“Die Zwiebel des Türkenbunds reguliert sich mit Hilfe von Zugwurzeln auf eine bestimmte Tiefe im Boden ein. Die Fleckung der Blütenblätter ist erblich, nicht aber das Muster, das die Flecken bilden. Kein Blütenblatt gleicht deswegen haargenau dem anderen. Die Farbflecken entstehen vielmehr durch Bildung schwerlöslicher Farbstoffverbindungen in beieinanderliegenden Zellen nach einem ähnlichen Prinzip, wie sich Eisblumen am Fenster bilden. Deshalb sind die Farbstoffflecken oft mit einem helleren Hof umgeben.” (D. Aichele/M. Golte-Bechtle: Was blüht denn da? Wildwachsende Blütenpflanzen Mitteleuropas)

Wikipedia weiß: “Die Alchimisten glaubten, mit Hilfe der Goldwurz (die Zwiebel des Türkenbunds; Anm.: rheinsein) unedles Metall in Gold umwandeln zu können. Der Türkenbund wird in der Volksheilkunde gegen Hämorrhoiden (goldene Ader) gebraucht und wurde im Mittelalter als Allzweckheilmittel angesehen. Auch glaubte man, dass die Zwiebeln als Futter für Kühe eine schöne gelbe Butter ergeben würden.”

Wörterbuch: Bedecktsamer, Blattquirl, Blütenhüllblatt, Blütenstandsachse, dreizählig, Einkeimblättrige, fleischrosa, Frischezeiger, Glattrandigkeit, Hochstauden-Gesellschaft, krautreich, lanzettlich, Lilienhähnchen, Nektarrinne, pflanzensoziologische Einheit, Schatten-Mönch, Scheibenflieger, Scheinquirl, Schlotterhose, taillierte Schuppe, Selbststerilität, sickerfrisch, Staubblatt, Staunässe, Tierstreuer, trübviolett, verzögert-hypogäisch, Vorwarnliste, Wasserhaftausbreitung, Windstreuer, Zugwurzel


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