Seitenverwandtschaft

rheinsein versteht sich als halbvirtuelle Plattform für gesamtrheinische Kultur und Geschichte(n). Das ist selten, wenn nicht gar einzigartig. Denn rheinische Kultur wird – ob nun im Netz oder bei herkömmlichen Events, Ausstellungen und dergleichen, selbst in den meisten Büchern und nicht zuletzt bei der Kulturförderung – vorwiegend regional bis lokal verstanden und dementsprechend organisiert und präsentiert.

Derartige Mikrokosmen rheinischer Kultur und Geschichte funktionieren auf unterschiedlichste Weise. Einschlägige Internetseiten wirken häufig grafisch zusammengestümpert, warten jedoch nicht selten im gleichen Zug mit wertvollen, liebevoll zusammengetragenen Informationen auf. Oder aber sie sind grafisch schick  bis überschick gelöst, dafür eher von geringem inhaltlichen Wert. Es gibt aber auch Websites, auf denen Inhalt und Design trefflich amalgamieren. rheinsein wandert, das dürfte unsere Leser kaum wundern, gelegentlich über solche Seiten – kennt sie jedoch längst nicht alle und freut sich natürlich stets über Hinweise auf besonders schöne Baustellen! Und möchte bei dieser Gelegenheit gerne eine besonders, hmm, sagen wir mal: “verwandte” hier vorstellen:

Vergangenen Herbst meldete sich Karin Lehner aus der Schweiz mit einem Hinweis auf ihre Website Doazmol, die, als lokal-regionaler Geschichtsfundus angelegt, mehr als nur eine erstaunliche Parallele zu rheinsein aufweist. Die Parallelen beginnen bereits beim gewählten (und jeweils bearbeiteten) WordPress-Design. Alsdann wird (dort wie hier) erstmal gesammelt, gesammelt, gesammelt. Doazmol ist dabei, typisch Schweizerisch, durchaus klarer und aufgeräumter strukturiert als diese Seite hier. Laut Untertitel beschränkt sich Doazmol thematisch auf „Erinnerungen und Fotos aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts im Werdenberg“. Das sind einige Dörfer und Gemeinden am Fuße der Berge im St. Galler Rheintal. Doazmol geht eher wissenschaftlich vor, der (bei rheinsein vordergründig vorhandene) subjektive Ansatz bleibt bei Doazmol unsichtbar, findet maximal in der Auswahl statt. Also finden sich aussagekräftige Bilder und überlieferte Alltagsgeschichten zum Dorfleben, letztere auch, was uns besonders gefällt, als Tondateien. Wir möchten an dieser Stelle keine Auszüge einstellen, gehen Sie besser selber auf die Seite! Für alle, die Nachhilfe bei alten oder auch heute gängigen Schweizer Begriffen brauchen, bietet Doazmol auch ein umfassendes Dialektlexikon. Die kulinarische Dépendance Rezepte vo doa (die Großmutters Küche bewahrt) ist auf den angegebenen Link ausgewandert. Das ist lebendig gemachte rheinische Dorfgeschichte nach unserem Geschmack! Wir können einen Besuch nur sehr empfehlen!

Karin Lehner schickt uns unterdessen alle paar Wochen interessante rheinische Dokumente, die entweder nicht ganz zu Doazmol passen, weil sie die thematischen Vorgaben sprengen würden, oder die dort bereits (oder gerade frisch) veröffentlicht sind und ein aktuelles rheinsein-Thema betreffen. Wir erinnern an dieser Stelle gerne noch einmal an die äußerst raren altrheinischen Glyfen, in Kürze folgt ein weiterer Beitrag mit Karin Lehners Material in der Serie Türkischer Rhein.


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