Flaschenpost (6)

Die Schweizer Medien berichten dieser Tage von einer Flaschenpost, die von Oberriet im St. Galler Rheintal bis nach Südafrika gelangte. Ob sie dafür wirklich “via Bodensee, Rheinfall, Rhein sowie Nord- und Südatlantik nach Kapstadt trieb”, wie die Artikel behaupten, ist zwar gut vorstellbar, aber keinesfalls gesichert. Die Flasche könnte schließlich dem Strom frühzeitig entnommen und auf anderen Wegen weitertransportiert worden sein. Für eine Seereise spricht die Reisedauer. Denn auf den flüssigen Postweg gegeben wurde die Flasche bereits vor  30 Jahren – von Werner Kühnis aus Oberriet. Der hatte seine Wurfsendung von einst längst vergessen, als er nun kurz nach Weihnachten Antwort erhielt: “30 Jahre später wurde die Flaschenpost am Strand von Kapstadt gefunden. Die Frau (gemeint ist die Finderin, Anm.: rheinsein) kann aber kein Deutsch. Sie suchte eine deutschstämmige Kollegin auf, die ihr half. Da Werner Kühnis noch heute in Oberriet wohnt, einen Steinwurf von seinem Elternhaus entfernt, gelang es den Frauen mithilfe des Internets, den Absender der Flaschenpost ausfindig zu machen.”
Von den bekannten (aufgetauchten) rheinischen Flaschenpostbriefen dürfte diese einen gesamtrheinischen Streckenrekord aufgestellt haben. Ob sie auch ordnungsgemäß im Mainzer Flaschenpostamt registriert wurde, gaben die Artikel nicht preis.


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2 Kommentare zu “Flaschenpost (6)”

  1. nounou nantes
    6. Januar 2012 um 14:33

    Such a nice story…
    Quite hard to imagine a bottle travelling all this distance :)

    Rachelle

  2. Stan Lafleur
    2. Februar 2012 um 17:41

    rheinseins und Rachelles Skepsis bestätigt ein Artikel des Liechtensteiner Vaterlands vom 30. Januar 2012: “Die Flaschenpost, die angeblich in 30 Jahren vom Rheintal bis nach Südafrika schwamm, ist ein Scherz. Die Finder haben sie aus dem Bodensee gefischt und einer Bekannten nach Kapstadt mitgegeben. Von dort sandte diese den Brief zurück an den Absender in Oberriet. (…)”

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