rheinsein im Rheinturm

Am morgigen Samstag gastiert rheinsein in Linz, “der Bunten Stadt am Rhein”, mit einer Kombination aus Lesung und Vortrag. Im historischen Linzer Rheinturm ist seit Jahresbeginn ein Labor eingerichtet, das diverse Autoren und Künstler zusammenführt. rheinsein trifft dabei auf Thomas Suder, über den Matthias Hagedorn schreibt:

“In seinen seriellen Arbeiten verwendet Thomas Suder ein bekanntes Muster, den Körper speziell für männliche Blicke darzubieten – um diese desto nachhaltiger zu enttäuschen: das berühmte Ausklappbild einschlägiger Magazine in der Mitte jeden Heftes, das angeblich Teile der amerikanischen Jugend mit der Vorstellung heranwachsen ließ, Heftklammern gehörten zur erotischen Ausstattung einer nackten Schönen. Träfe dies zu, wäre es der schlagende Beweis für die These, wonach sich der menschliche Körper längst in seine Darstellungsformen verflüchtigt habe. Keine Fluchtpunkte sind in diesen Arbeiten auszumachen, mit dem sich dieses Wesen noch in der richtigen Welt, zwischen Einkaufszettel wohl und Coiffeurtermin, halten könnte. Wer freilich ein bißchen genauer hinschaut, findet – sozusagen als Daseins-Anker im aufgewühlten Linnen – ein Stück schwarzes Selbstauslöserkabel. Damit machte sich der Künstler selbst zum Objekt nicht so sehr der Begierde, sondern des Traumes, der Kunst. Mag diese letzte Maskerade noch so naheliegend sein, so liest sie sich doch ein bißchen wie eine Fußnote zum eigenen Werk: Auch als Künstler bin ich immer noch jemand anderes. Zur Spätmoderne gehört die Vielheit der Identitäten. Suders Bilder sind gleichsam doppelt vermittelt. Es sind Bilder über Bilder, über Bilder von erheblicher sozialer Reichweite allerdings und einem nicht zu unterschätzenden Einfluß auf die gängige Wahrnehmung jeglicher Realität.”

Zutritt ab 17 Uhr, Vortrag ca. um 18 Uhr, Eintritt (vermutlich) frei


 
 
 

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