Almabtrieb (2)

Es war ein wenig wie bei der Tour de France. Zunächst sperrte der freundliche Dorfpolizist die Fahrbahn ab. Unser Linienbus mußte in eine Parkbucht ausweichen. Hinter uns sammelten sich die PKWs. Das Orchester der Kuhschellen klang martialisch aus der Höhe herab. Aus derselben Höhe schien zunächst ein Materialwagen auf, ein Jeep, mit Ersatzteilen auf der Ladefläche: Glockengurte. Über den durchschnittlichen Glockengurtverschleiß auf der Alm ist uns wenig bekannt. Er scheint jedoch erheblich zu sein:

gurte

Mit einigem Abstand folgte der Wagen des Öhis. Der Öhi würdigte vom Thron seines Treckers die Touristen am Straßenrand kaum eines Blickes. Sein Stolz war die verbrachte Saison. Sicherlich zurecht. Eine Menge Käselaiber dürften den Berg heruntergerollt worden sein in dieser Saison. Und besagter Käse: ist guter Käse. Verdammt guter Käse.

oehi

Schließlich folgten, vom Dröhnen ihrer Schellen längst angekündigt, die Topkühe der Saison. Es gelang uns gerade noch, eine Oberkuh, eine wahrhaft hippieske Chefkuh, ein Milchmonster, eine wirklich coole Kuh abzulichten, bevor wir die Kamera in den Filmmodus (siehe vorletzter Eintrag) umschalteten, der einige der letzten der rund 100.000 Rindviecher einfing, bevor der Spuk vorüber war.

hippiekuh


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Ein Kommentar zu “Almabtrieb (2)”

  1. Stan Lafleur
    12. September 2011 um 11:07

    unter dem pflaster liegt der strand. & mitten aus einer alpabfahrend durch schaan drängenden kuhherde erreichte uns die insider-mitteilung, daß unter den glockengurten die glocken lägen. sie seien auf dem bild (auch auf der ladefläche) nur nicht zu sehen. dh: der glockengurtverschleiß ist tatsächlich mäßig bis gering.

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