Munggafürz

munggafuerz

Einen grandiosen Blick aufs Rheintal und das umgebende Bergpanorama mit Gipfeln wie den Drei Schwestern (die, vormals menschliche Kinderlein, wegen sonntäglichen Blaubeersammelns, eine wenig bekannte christliche Strafe, versteinert wurden), Altmann, Alvier oder Säntis genießen diese Murmeltiere (lokal: Mungga) nebst tyischen Alphüttengetränken wie Schümlipflümli, Chrüüterlutz und eben Munggafurz in ihrer Freizeit auf etwa 1450 Metern Höhe. Zum Jassen fehlt ihnen heute der Vierte. So pfeifen sie kleinen Zierhunden hinterher und überlassen sich dem Sommerdunst, der mit der Brise von den Hängen schwappt. Veranlaßt vom kaum ortbaren Glocken der Kühe, den gleißenden Reflexionen auf den Hüllblättern der Silberdistel und den älplerischen Signalen schwach blinkender Enziankelche beginnen sie bald mit Schunkeln und Schenkelklopfen. Ihr ohnehin schon zungenbrecherischer Dialekt ist nun praktisch nicht mehr zu verstehen: sie behalten viele Wörter, Halbsätze und Sätze über lange Zeit in den Pausbacken ein, bevor sie sie, als nun gleichzeitiges Gemisch, um die Schneidezähne herum ins Freie entlassen: eine völlig sinnfreie Diskussion, die ihnen einen Heidenspaß zu bereiten scheint. (Aufgabe: diese Sprache erlernen und verschriftlichen (spezielle Partitur!), sie vor dem Aussterben bewahren, mehr noch: ihr zu breiter Popularität verhelfen.)


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