Börsen und Baden

Die Börse stürzt ins Bodenlose.
Ich stürz mich auf die Badehose,
Dann auf mein Rad. Der DAX bricht ein.
Ich breche auf in Richtung Rhein.

Der Crash walzt Renten zu Ragout.
Ich roll vorbei an einer Kuh.
Dann bieg ich links in laues Licht.
Der Geldmarkt kriegt die Biege nicht.

Derweil viel Kapital verfällt,
Folg ich erblühter Uferwelt
Und stoppe dann im kühlen Wald.
Der Schuldenanstieg kennt kein Halt.

Old Sam ächzt unterm Pleitejoch.
Ich jauchze auf: das Baggerloch!
Ich stürm hinein, ich schwimm hinaus.
Aus Dollar, Euro flieht man raus.

Die Dicke und der Gnome de France,
Die taumeln haltlos wie in Trance.
Dagegen zieh ich elegant
Durchs Blau zehn Bahnen. Dann an Land.

Und wie ich froh nach Hause rausche,
Find ich ‘nen Euro, den ich tausche
Beim Italiener gegen Eis.
Der kann ihn brauchen. Und: Wer weiß?
Gibt’s Euros auch noch nächstes Jahr?

Wenn nicht – der See ist ja noch da.

(von Georg Raabe, mit freundlicher Genehmigung des Autors, auf dessen neues Hörbuch “Die halbe Wahrheit” aus seinen Texten für die taz wir hier gerne hinweisen.)


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