Rheinpartie

Gestern lief auf HR mit Rheinpartie eine 45minütige Plauderdoku (ein wenig à la Sendung mit der Maus-für-Erwachsene) über den Rheingau. Zugeladen war lokal verbundene Prominenz. Start in Eltville mit Marika Kilius und ihrer (entweder vom Hochadel oder Rockabilly inspirierten) platinblonden Betonfrisur: erst bekamen wir ein paar Rosenbüsche zu sehen, es folgten kurze Einspielungen alter Schlager (Wenn die Cowboys träumen, Ich bin kein Eskimo) der Eisprinzessin, die lieber Kuchen als den hausgemachten Spundekäs speisen mochte, den Rheingau wegen seiner guten Energie liebt und dem Wein, den sie (als Antialkoholikerin) jedoch nicht trinkt; nach einigen gewundenen Überlegungen zum Schweizer Finanzwesen schenkte sie dem TV-Volk immerhin das bemerkenswerte Bonmot: „Nicht alles, was Luxus ist, ist schön“. Zu sehen war bis dahin deutlich mehr Marika Kilius als Eltville. Wir erfuhren in einem Nebensatz von den Rheingauner-Comics („Der Rheingauner ist ein typischer Rheingauer“), wie überhaupt die Nebensätze bei diesem Sendeformat offenbar als Hauptlieferanten seltener handfesterer Informationen dienen. Zack, waren wir in Oestrich-Winkel, das in Wirklichkeit aus vier und nicht nur der im Namen genannten zwei Orte besteht („Zahnweh un e Fraa vun Hallgarte, das sin zwaa beese Iwwel“), von dem es drei vier oder doch nur ein zwei Kameraeinstellungen gab, und schon durfte die nächste Prominente übernehmen: Simone Kienast, HR-Wetterfrau, zeigte einige Übungen mit ihrem Wakeboard, während eines Nebensatzes fand die höchste auf dem Rhein erreichte Geschwindigkeit Erwähnung (180 km/h mit einem Offshore Boot) und wir erfuhren, daß es auf dem Fluß kein Tempolimit gibt. Die Dame wurde abgelöst von Triathlet Lothar Leder, dem zur rheinischen Geschichte „keiner weiß was drüber“ einfiel, was wohl bedeutet, daß er rheinsein bisher übersehen hat. Schließlich sahen wir noch Helmut Strotjohann („die Dampfmaschine ist die ästhetisch schönste Kraftmaschine“) mit seinem selbstgebauten Dampfboot, dem definitiven Highlight dieses rheinischen Dreiviertelstündchens.


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