Pfeffel (2)

Der Dogge und der Fleischerhund (1806)

Ein Dogge, der, laut alten Sagen,
Bei einem General als Torwart stund,
Sah seinen Nachbar, einen Fleischerhund,
Zwei Ochsen in das Schlachthaus jagen.
»Verworfner Sklave! schäme dich,
Das Amt des Büttels auszuüben«,
Rief er ihm nach. Der Nachbar wandte sich:
»Das hat«, erwidert er, »dein Herr vor mir getrieben;
Er, der sobald sein Fürst die Trommel rührt
Die Menschen herdenweis zur Schlachtbank führt.«

***

Auf des Robespierres Staatsbericht über das höchste Wesen (1794)

Darfst, lieber Gott, nun wieder sein;
So wills der Schach der Franken.
Laß flugs durch ein paar Engelein
Dich schön bei ihm bedanken.

***

(rheinsein erkennt bei der Lektüre Pfeffels einmal mehr, wie sich des Autors gelegentlich publizierte Polit- und Kampfhundlyrik in Traditionen einreiht…)


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