Gorrh (15)

schenkt Deutschland ein Tier aus gleißendem Nichts und zwar so: es war ein sonniger Sommersonntag. Gorrh trug, nach der vorangegangenen Nacht, ein Trägerkleid aus Paracetamol, zusammengehalten nur von zierlichen Petitessenflanschen. Alles war Baggersee und Pommesbude. Die Kirchglocken tönten: BAMM-BAMM-BAMM!!! An den Stehtischen lehnten welche, die aufgestützten Ellbogen um die Senf- und Ketchupspuren herum. Gott zum Gruße an seinem allerschönsten Tag! Kebab-Karlheinz pries sein Halbwaisengulasch mit supersoften Ehrenknödeln in der Kanone. Wie ein Spielfilm floß der Rhein dahin und glitzerte ein wenig zwischen den Pappeln. Auch Kebab-Karlheinz` Frikadellen gab es in Technicolor als Sinnbild für einen zufriedenen Magen und Menschen. Eine Friedenstaube flatterte. Schlaff im Wind begab sich ein Gesicht ohne Ritze hinter Zellophan wie eine böse Vorahnung von FDP und Grünen. Rundherum gab es Ringelpietz. Den hatten sie taleinwärts gedreht und so stach er jetzt aus dem Bildschirm heraus, auf dem Fußball lief. „Mönsch, die werden noch Märchenweltmeister!“ Beide Kanzler drückten die Daumen. Sie hatten Ersatzköpfe auf. Auch repräsentativ genug. Doch alle Fotografen postierten sich vor Gorrh: „Isch happ getz Antrach jestellt, bin Aufstocker, 60 Stunden die Woche, macht 800 Euro im Monat, 100 davon darf ich behalten, die Hälfte spend ich den Banken!“ Jubel auf den Tribünen für soviel Berechnung und Großzügigkeit. Gorrh holte die Martinsfräse raus und zeppte zwei Personen weg. „Is doch geil der Vertrach! Isch unterschreibe!“ Zum Besiegeln zupfte Gorrh ein noch nie gesehenes Tier aus gleißendem Nichts aus der rückwärtigen Tasche. Es grenzte an Zauberei. „Fördern und Fordern, sar`isch! Deutschland, dieses wertvolle Tier gehört von getz an dir!“


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