hamsterfabel

zwei feldhamster stehen in der abenddämmerung am rhein und schauen sehnsüchtig auf das jenseitige ufer. „da drüben dürfte alles viel besser sein.“ „das kannste laut sagen!“ die hamster errichten ein lagerfeuer und halten palaver. „wenn wir einen tunnel graben…“ „bei unserer durchschnittlichen lebenserwartung kämen wir kaum bis zur schifffahrtsrinne.“ „schwimmen können wir nicht.“ „ein floß!“ „schonmal hamster flößen gesehen?“ „warum nicht?“ „weil wir mit einem floß nur stromabwärts treiben. wir wollen aber doch auf die andere seite.“ „wir bauen ein katapult und schießen uns rüber.“ „das isses!“ die hamster machen sich ans werk, sie sind ohnehin nachtaktiv. am morgen steht ein endgeiles hamsterkatapult am rheinufer. „wer schießt wen?“ „gute frage!“ sie knobelns aus. ein hamster begibt sich aufs katapult, der andere macht sich schußbereit. „aber gut zielen!“ „klar doch, mann. aber warte mal: wie komm ich dann rüber?“ „mach dir mal keine sorge deswegen.“ „ok.“ hamster a beißt die zugsehne durch, hamster b wird auf seine flugkurve katapultiert. „wooaaah!“ schreit hamster b. dann prallt er mit voller wucht auf hamster c, der ihm vom jenseitigen ufer entgegengeflogen kommt. beider flug erschlafft, benommen fallen sie in den rhein und versinken. hamster a sieht fassungslos zu. noch bevor er die situation ausdeuten kann, trifft ihn ein arbeitsschuh mit stahlkappe am kinn. von der brücke erklingt das bekannte gelächter der ratten.


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Ein Kommentar zu “hamsterfabel”

  1. in|ad|ae|qu|at : Litblogs.net | Lesezeichen 3 | 2011
    19. Oktober 2011 um 05:26

    [...] hamsterfabel von Stan Lafleur in rheinsein [...]

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