Neozoen in Köln (2)

Hot! Hot! Hot! In diesen Minuten und Stunden werden in Köln (offenbar erstmals!) elektronische Vögel ausgewildert. Ein zukunftsweisendes Ereignis! Besagte e-birds der ersten Generation rekurrieren ursprünglich auf Alarmanlagen, wie wir per Zufall äußerst zeitnah erfahren durften. Die dem Experiment zugrunde liegenden Alarmanlagen wiederum bestehen aus jeweils einer Platine, Batterien, einem Kontaktmelder, Drahtkabeln und Gehäuse und sind für kleines Geld im Fachhandel erhältlich. Gehäuse und Batterien wurden zum Zwecke des Vervogelns von unbekannt-bleiben-Wollenden in bester Frankensteinmanier entfernt, die Kabel an mithilfe von Klebeband organisierte Dreierverbünde Mignonzellen gelötet und die Platinen mittels Circuit Bending (einer simplen wie effektreichen, z.B. unter Einsatz von hinzugelöteten Metallnuppsis arbeitenden, Schaltkreisverschiebungstechnik) umprogrammiert. Die so veränderten Lautorgane des nun: Elektrovogels bekamen ein neues schickes Gehäuse. Die Resultate wurden an schlichten Aufhängern angebracht, welche bei leichtem Luftzug den Kontaktmelder auslösen: je nach Circuit Bending-Einsatz rufen sie nun, an urbanen Bäumen und Gestrüppen befestigt, täuschend echtes Gezwitscher oder auch sinistere Sounds hervor. rheinsein gelang es, in der Innenstadt einen solchen Vogel einzufangen, der seit den frühen Abendstunden nun den hofwärts gerichteten Balkon des Verfassers beschallt – und denkt gerade über vergleichbare Techniken nach, die es erlauben würden, winzige Elektrodichterlinge in der Stadt (und sonstwo) auszusetzen.


Stichworte:
 
 
 

Kommentar abgeben: