rheinsein im Grünen Salon

Am gestrigen Abend gabs zur Walpurgisnacht mal wieder den Grünen Salon in einem heimeligen Kölner Eigelstein-Hinterhof. rheinseins Mitwirken dabei ist zu einer kleinen Tradition herangewachsen, der ein oder andere Künstler reist zu den gelegentlichen Salons nicht nur aus entlegenen Kölner Veedeln, sondern sogar aus dem Ausland an, um gestärkt mit Grillwürstchen und badischem Bier (wahlweise: Rohkost und Schaumweinen) selten zu Sehendes auf die Bühne zu bringen bzw als Publikum zu bestaunen. Diesmal sang ein Klavierstimmer, dessen Namen wir nicht mitbekamen, unter stichwortartigen Erläuterungen zum Akkordeon ein vorgebliches österreichisches Sprichwort, das in etwa lautete, daß wer dem Hund etwas Gutes tun will, ihn zu schlagen aufhört. Zur Unterstützung dieser These verfiel der Sänger in original-austriakisches Jodeln, eine rechte Seltenheit am Eigelstein. Zuvor sahen wir den litblogs-Kollegen Hartmut Abendschein, von einem Haufen modernster Technik umgeben, das pappmaché- und systemtheoretisch unterfütterte Theaterstück Die Verfolgung und Ermordung Julian Paul Assanges, dargestellt durch die Puppentruppe des Hospizes zu Gutenberg aufführen, während draußen vor der Tür seine oulipotischen Kameraaufnahmen diverser Straßenpflaster das Hofpflaster anflirteten. In diesem Kontext paßten unsere Liechtenstein-Gedichte wie die Faust aufs Auge. Das Publikum wußte wenig (“liegt das zwischen Österreich und der Schweiz?”, “da gibt es ein Schloß”) bis garnichts von Liechtenstein, ein läßliches Manko, das mit unserem Vortrag aus Das Lachen der Hühner womöglich dennoch ein wenig abgelindert werden konnte. Den Abschluß lieferte, es ging bald gegen Mitternacht, ein musikalischer Beitrag von Gastgeberin Christina Messner, den wir, wegen Überfüllung der Ränge vor der Tür verblieben, nur in auslaufenden Schallwellen mitbekamen.
Festzustellen bleibt, daß das Thema Liechtenstein in Köln (zumindest außerhalb der Kreise von Schwarzgeld-Multimillionären) noch klaffende, poetisch-aufklärerisch zu füllende Lücken bietet, die wir bei unseren unmittelbar nächsten Auftritten in weiteren Kölner Veedeln tatkräftig angehen werden.


Stichworte:
 
 
 

2 Kommentare zu “rheinsein im Grünen Salon”

  1. hab
    1. Mai 2011 um 18:38

    hej stan, das war uns wieder mal ein fest … bis bald …

  2. Caro I
    3. Mai 2011 um 17:54

    Das Fürstentum können Sie auch mieten, schreibt Voyages, das Reisemagazin der Libération unter dem Titel “Chérie, si on louait le Liechtenstein ce weekend?”:

    S’offrir le Liechtenstein pour quelques jours, c’est désormais possible! Un site de location de vacances américain propose cette offre (farfelue?) pour la modique somme de 48811 euros par nuit.

    20 AVRIL 2011
    texte: Anaïs Huet

    A la tête de la principauté pendant deux jours au minimum, les touristes-colons auront tout le loisir de profiter des charmes des onze petits villages que comptent le pays. Normal, ils leur appartiennent. Pour insister sur le côté officiel et cérémonieux, les locataires se verront solennellement remettre la clé symbolique du pays au Parlement.

    La suite du programme est au bon-vouloir des riches acquéreurs. Eté comme hiver, tout un panel d’activités est proposé: retraite aux flambeaux, coucher de soleil à 1000m d’altitude, ski de fond, surf des neiges, visite des caves du Prince et dégustation de ses vins…

    Pour les rencontres d’affaires, on sort carrément le chapiteau de verre en plein centre de la capitale Vaduz, avec vue sur son château (qui n’est autre que la résidence officielle du prince de Liechtenstein).

    Extravagance? Vous croyez?

    Pour les intéressés, le site de location de vacances: http://www.airbnb.com/

    Na, Interesse?

Kommentar abgeben: