Rheinisches Fischmonster

An den legendären Grauer gemahnt das rheinische Fischmonstrum, von dem die FAZ online vor zwei Tagen in groben Zügen berichtete: Bei Wiesbaden habe die Polizei am Ostermontag eine ungewöhnliche Entdeckung gemacht. Von einer Frau alarmiert, die glaubte, einen Menschen im Wasser treiben zu sehen, fanden die Beamten einen zweieinhalb Meter großen und 80 Kilogramm schweren Wels, der auf einer Sandbank gestrandet war. Das Tier wurde dann mit Seil und Boot der Wasserschutzpolizei zurück in tiefere Wasser geschleppt.

So weit, so gut. Doch zur intensiveren Verbildlichung des Berichts wurde demselben von der FAZ noch ein Foto zur Seite gestellt. Es zeigte einen kescherbewehrten knieenden Mann am Rande eines Wasserbeckens, darin ein Wels in etwa in der Größe dieses Mannes. Die Bildunterschrift besagte: “Der gestrandete Wels im Rhein war noch einen halben Meter größer”
Ein sehr animierender, die Vorstellungskraft begünstigender Journalismus, dachten wir da, der, wo er die originalen Fänomene verpaßt, sogleich mit Ersatzfänomenen aufzuwarten versteht. Ganz im Banne solcher Denkart stellten wir uns vor, wie es wäre, erklären zu dürfen, sollen oder müssen, daß es die FAZ online gibt und welcher Art dieses Medium beschaffen sei. Der FAZ-Redaktion dürfte womöglich folgende Lösung gefallen: Wir tätigen einen Screenshot der Panorama-Seite des Online-Auftritts sagen wir: des Kölner EXPRESS. Und erläuternd fügen wir hinzu: “Die FAZ aus Frankfurt war noch ein bißchen seriöser”


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2 Kommentare zu “Rheinisches Fischmonster”

  1. e. kaltpferd
    3. Mai 2011 um 10:11

    Am selben Tag bin ich gegen 20 Uhr an die Buhnen in Bonn-Oberkassel gefahren. Da ich in Oberkassel auch wohne bietet sich der Streckenabschnitt des Rheins für mich natürlich an… Da es mein erster Angeltag war, hatte ich auch nicht den Anspruch direkt einen dicken Hecht an die Angel zu bekommen. Wenn ich aber einen solchen Wels geködert hätte, wäre es mir wohl eher vorgekommen, als hätte der Wels mich geködert. In dieser Nacht hatte ich Träume von sprechenden Fischen mit sehr langen spitzen Zähnen. dennoch werde ich wieder an die Stelle fahren und auf meinen ersten Angelerfolg warten. Petri heil!

  2. Automatischer Kommentargenerator
    7. Mai 2011 um 16:32

    Vor allem in den Jahren zwischen 1817 und 1874 wurden nach dem Plan des badischen Ingenieurs und Leiters der Oberdirektion des Wasser- und Straßenbaues Johann Gottfried Tulla für einen verbesserten Hochwasserschutz zahlreiche Mäander des Rheins durchstoßen. Je größer die Naturnähe des Stroms, so fassen die Wissenschaftler heute ihren Erkenntnisstand zusammen, desto eher enthalte er einen angemessenen Fischbestand.

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