Rheingeier (2)

Daß das Geierhafte dem Rheinischen nicht völlig fremdelt bzw fremdelte (und umgekehrt) mögen folgende Verse Lamartines aus La chute d`un ange zu Zeiten der Vollromantik nachweisen, in denen das Reich Mordor über den Urlandschaften des Feudalrheins aufzuschwarzen scheint:

(…)
Nous passâmes au pied d`un haut mamelon noir
Que couronnaient les murs d`un antique manoir,
Tout semblable aux monceaux de gothiques ruines
Dont le Rhin féodal revêtait ses collines.
Des turbans noirs brillaient au sommet d`une tour.
Quel est, dis-je au vieillard, cette aire de vautour?
(…)

Ruch von Gewalt und Untergang, gepackt in düstere Ästhetik. Leicht vorstellbar, wie, durch einen kleinen Zeitriß hineingeschlüpft, eine Kolonne uniformierter Nazis durch diese Kulisse stapft. Aufscheint, mitten in unzulässigen Durchdiesferenundzeitenvergleichen: dem Bürger seine Romantik ihre Kehrseite. Assoziiert mit leicht unappetitlichem Scheitern am großen Sehnen. Mit schönen Grüßen aus Frankreich.


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