Rheingeier

Roland Bergère dürfen wir mit Fug und Recht als den Geier-Experten unter Europas Künstlern bezeichnen. Ähnlich wie rheinsein alles Rheinrelevante sammelt und archiviert, hortet Bergère in seinem bestiaire abrégé jegliche Informationen zu den liebenswerten Greifen. Sowohl Bergères als auch rheinseins Arbeitsstränge sind über lange Zeit angelegt, kreuzten dabei mehrfach ihre Wege und setzten inspirative Synergien frei: vor einigen Jahren z.B. beschäftigte uns die Frage, welche Bedeutung dem Geier (jenseits seiner Vorkommen in Zoos und als Flugschauobjekt) am Rhein noch zukommen könne. Bergère schickte uns daraufhin drei Skizzen, welche sich mit möglichen Evolutionsschritten für die in rheinischen Gefilden derzeit raren Landvögel auseinandersetzen:

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Skizze 1 zeigt einen Schnorchelgeier, der sich in seinem neuen Element noch sichtlich unwohl fühlt (“Grillhähnchenhaltung”). Vermutlich hat ihn die Strömung überrascht, die sich von jenen, die in den Lüften herrschen, in wichtigen Punkten unterscheidet.

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Skizze 2 zeigt einen deutlich ausgeklügelteren Plan, sich dem ungewohnten Element zu nähern. Der Luftschlauch soll das Überleben auch bei längeren Unterwassergängen garantieren, zur doppelten Sicherheit dient die Zugleine, welche den Vogel im Notfall in sein angestammtes Element zurückverfrachten soll.

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Skizze 3 schließlich zeigt eine realistische Anpassungsweise unter Wasser. Der evolutionäre Rheingeier scheint das Verhalten einiger Schalentiere beobachtet und kopiert zu haben: der Rumpf bleibt der feindlichen Umgebung verborgen. Beine und Krallen dienen als Steuer und Anker.


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Ein Kommentar zu “Rheingeier”

  1. czz
    18. April 2011 um 16:25

    beizeiten reift der geier frei am rhein ,
    weil steil & teuer die steuer auf des greifen heuer andernortes würde sein … ( au weia )

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