Flaschenpost (5)

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete jüngst unter dem Titel „Das Schimmern am Fluss“ über den Kölner Künstler und Flaschenpostsammler Joachim Römer, dem es gelungen sei, am Rhein schon mehr als 350 Briefe in Flaschen zu finden. Dagegen fallen die eine bebriefte Flasche, die wir bisher aus demgleichen Strom zogen, und die elf, die wir bisher hineinwarfen, ohne daß sich Finder meldeten, natürlich mickrig aus. Römer berichtet vom „ganz gewissen Schimmer“, an dem er bei seinen Ufergängen briefbefülltes Strand- und Pfandgut schon von Weitem erkenne und berichtet von Techniken wie etwa der Wachsversiegelung wie sie auch in Dr. Treznoks mobilem, seit 1992 bestehenden Flaschenpostamt mit ständigem Sitz in Mainz gepflegt werden, wie dieser Stummfilm aus dem Jahre 2004 beweist. Ein besonderer Fund Römers waren, sagt der Zeitungsartikel, zwei Eheringe aus Platin mit der Botschaft: “Wir übergeben die Ringe dem Wasser. Unsere Ehe hat uns kein Glück gebracht.” Falls das unbekannte Paar aus dem Wunsch gehandelt haben sollte, die Ringe möchten für immer auf den Rheingrund sinken, scheint es nicht nur in seiner Ehe vom Pech verfolgt gewesen zu sein.


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