Das Zugverhalten der Rheinkiesel

Am selben Tag, an dem wir eine alpenrheinische Kiesbank nach Nuggets absuchen und darüber sinnieren, welche Wege die Kiesel, insbesondere, nachdem wir tags zuvor weiter droben im Fels einzelne Exemplare in vorfrühlingshaftem Holterdipolter die Rüfen hatten hinunterrollen hören, in ihrem Kieselleben gehen, melden die Badischen Neuesten Nachrichten, daß unsere (hier zu weit führenden) amateurischen Vermutungen bald von wissenschaftlich-präzisen Auskünften abgelöst werden dürften – zumindest ab dem Oberrheinabschnitt. Denn tatsächlich kennt bisher niemand die genauen Wanderwege der Rheinkiesel. Allein, daß sie tatsächlich wandern, ergaben jetzt schon fachgerechte Versuche unter den Fittichen des Regierungspräsidiums Freiburg, welches dieser Tage ausgesuchte Rheinkiesel mit Sendern präpariert. Zitat: „”Die Technik funktioniert”, berichtete Regina Ostermann (…) nach einem ersten Test im kalten Rheinwasser. Sie ist optimistisch: “Innerhalb weniger Stunden haben wir einige unserer Spezialkiesel gefunden.” Und sie wandern tatsächlich. Weitere Funde sind nur eine Frage der Zeit. Die Beobachtung der wandernden Rheinkiesel soll zu wissenschaftlich fundierten Modellen führen, wie und unter welchen Umständen so genannte künstliche “Geschiebezugaben” gezielt zur Verbesserung der Flussökologie in den Rhein gegeben werden können.“ Wie häufig bei Projekten am Oberrhein sind auch hier Spezialisten aus dem benachbarten Frankreich beteiligt, das Zugverhalten der Kieselscharen zu erfassen: „Ein Spezialist der Universität Lyon spürt die präparierten Kieselsteine mit einem Sondiergerät auf. Es ist eine Profi-Version der an Urlaubsstränden hin und wieder zur Suche von Münzen verwendeten Detektoren.“


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