tagebucheintrag

das alter schwächt die erinnerung, doch – kumpels, mein gott, kumpels! – wir machten das für einen öffentlichen sender – kein mensch wollte das hören – der markt war übersättigt – praktisch alles lief über subventionen – geld wurde aus geld geschaffen – sie hatten ihr perpetuum mobile – ach: wusztsein! – was sie hatten: begriffen sie nicht – schattenflackern, flattenschackern – wir gingen ins binger loch – hatten zahlreiche hydrofone dabei – wellenfeldsynthese – sollte nachher in sea world aquarien verquasisiert werden – grosze shows für publikum – unsere ersten aufnahmen: von strampelnden hinterbeinen eines schwimmenden nutrias – dem wir was injiziert hatten – drehte sich nur im kreis, das arme ding – flippte völlig aus – ging dann kreiselnd unter – wir hinterher – abkacken! – schweigen! – in gröszerer tiefe: knarrende, knurrende, knarzende, knisternde fische – durchsichtiges geleezeug: ne art riesenplankton – rausch stellte sich ein – wie mit diesem glücksmittel: aus dem urin schwangerer wesen – oder halbwesen – pisskrebse, knallkrebse – die leuchteten & grinsten – wir: einfach da durch – allmählich kamen wir lautdialogen auf die schliche – die unterhielten sich da unten! – ein sehr bärtiger mann namens ali breitner lebte dort – ogh, ogh, ogh: machte der ständig – seine art zu telefonieren oder ähnliches – superkavitierende unterwasserlaufkörper zischten – sozusagen mitten durch uns durch – cold fusion – wir gingen auf in der geschwindigkeit – eine eigene dimension – geschwindigkeit ist nicht das richtige wort – waren gefangen in einer bewegung auszerhalb jeden tempos – es ging vorwärts – wir schaufelten uns rein in die zukunft – es gab einen richtigen zugang zur zukunft dort unten – es gab vitrinen mit toten loreleien – aufgedunsen – zeitlos schön – die mucksten nicht mehr – nur bei näherem hinhören – kam noch was – ganz feine, fortlaufend aus einem einzigen ton gestrickte hooklines – euseuseuseupseu – seupseuseuseu – sollte was „bedeuten“ – bestimmten die redakteure nachher – bliesen das auf mit den üblichen akademismen – im grunde wars sprottenquatsch – was noch? – es war zuviel los dort unten – zuviel auflauf – mit gesundem menschenverstand läszt sich das – läszt sich kaum – war aber so – & dann, völlig unvermutet: notausgang – ein schild – führte in die pfalz – aufs trockene


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Ein Kommentar zu “tagebucheintrag”

  1. Alina Breitner
    31. Januar 2011 um 07:36

    Wir stiegen auf den Aussichtspunkt oberhalb der Stadt und sahen uns nahe liegende Ruinen an. Steile Treppen keine Drahtseile zur Sicherung und einige Touristen mit Flip-Flops.

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