Konkrete Poesie

Kreuzlingen_Kuhhorn Imbiss

Von einem überfallartigen Seefieber gegängelt schlagen wir uns den Seerhein entlang durch das Wohnviertel Paradies auf die Schweizer Seite durch, queren schwere schwarze Äcker voll untergejäteter Rüben und Randen, sowie die fiesen Schweizer Rheinsümpfe, in denen viele illegale Immigranten versinken: erst klingeln sie uns mit ihren Fluchtfahrzeugen von den Trampelpfaden der grünen Grenze, später sehen wir ihre Haarschöpfe aus dem Ried am Wegesrand ragen, als wüchsen sie schon ewig dort. Der Kuhhorn Imbiss hat sich die Lage an den Schmuggler- und Flüchtlingstrecks zunutze gemacht und erinnert an schummrige Saloons aus dem Wilden Westen. Rückwärtig warnt ein ausgebleichter Kuhschädel vor allzuhohen kulinarischen Erwartungen, frontal wurde (evtl. dem laufenden, grenzüberschreitenden Konstanzer Poesiefestival geschuldet) eine typisch schweizerische Mahnung im Stile der Konkreten Poesie angebracht. Wie dem auch sei: im Winterhalbjahr ist die Location verrammelt – wer sich in den gefährlichen Sümpfen nicht selbst versorgt, kann dabei umkommen.


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