Moderne trifft Moderne

Und zwar am Sonntag, den 28. November um 11 Uhr im Düsseldorfer Schauspielhaus im Rahmen eines Festakts. Gefeiert werden 20 Jahre Arbeitskreis zur Erforschung der Moderne im Rheinland e.V. und 10 Jahre An-Institut “Moderne im Rheinland” an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Dafür wird, leider wohl nur für dieses eine Mal, die Idee der legendären Morgenfeiern des führenden Dichters der rheinischen Moderne Herbert Eulenberg wiederbelebt: Arbeitskreis und Institut zur Erforschung der ehemaligen Moderne präsentieren bei der Jubiläumsmatinée auch künstlerische Kostproben der aktuellen Moderne vom Rhein, das Programm beinhaltet: Gedichte von Else Lasker-Schüler, für den Festakt neu komponiert von Manfred Trojahn, vorgetragen von Julie Kaufmann, ein Papiertheater von Barbara Räderscheidt, eine Lesung von Rheinsein-Gastautor Enno Stahl, Filmszenen von Pina Bausch, Rhein-Fotografien von Schiko (die teils bereits auf Rheinsein zu finden sind), Texte von Gustav Landauer, vorgetragen vom Ensemble des Schauspielhauses, die Kunsthochschule für Medien Köln wird etwas noch nicht näher benanntes beitragen, von dem anzunehmen ist, daß bis in die letzte Sekunde an der Technik gebastelt werden muß und schließlich werden wir Rheinsein dort vorstellen. Abgerundet wird die Veranstaltung von der “Regionalia”, einer Instant-Messe zur Kultur der Region.
Für die Matinée sind keine Karten mehr erhältlich.


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Ein Kommentar zu “Moderne trifft Moderne”

  1. Stan Lafleur
    29. November 2010 um 12:11

    Die Morgenfeiern, hieß es beim Festakt dann präziser (und wir korrigieren gerne), seien unter den Prinzipalen Louise Dumont und Gustav Lindemann eingeführt und teilweise von Eulenberg, der als Dramaturg am Haus arbeitete, geleitet worden. Sie galten seit 1905 über Jahrzehnte als Aushängeschild des Schauspielhauses. Berühmtester Gast sei wohl Hermann Hesse gewesen. Womit immer (nebst seiner Berühmtheit) selbiger auch damals das Publikum beglückte. Heuer, erwähnte die Chefdramaturgin in einer der zahlreichen Ansprachen zum Festakt, werde die Morgenfeiern-Tradition mit stückbezogenen Dialogen fortgesetzt. Doch diese Anlässe entsprechen vermutlich nur bedingt der ursprünglichen Idee – wie sie das Institut unter Frau Cepl-Kaufmann gestern mit “hochrangigen Persönlichkeiten aus Kultur, Literatur, Kunst und universitärem Umfeld” (Zitat: Rheinische Post) als “Zusammenkunft freier Geister” reanimierte, und während der der ehemalige Uni-Rektor dem gestandenen Professorenpublikum die Bedeutung der Musikkapelle Kraftwerk erklärte, kurze Lasker-Schüler-Gedichte zum Flügel sopranisiert wurden, Enno Stahl, Rheinsein und sogar Gustav Landauer mit literarischen Texten zu Wort kamen und die wahrlich freigeistig-charmant mit neodadaistischen Papiertheaterstücken des Kölner Kästchentreffens endete.

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