Einfalte Delineation (2)

Bammelin
„Im Vazer See giebts neben den Forellen eine Art kleiner Fischen, deren die größte kaum über zwei Zoll breit in der Länge haben, sind gestaltet wie die Forellen, an den Seiten silberfärbig und sauber gedüpfelt, haben aber sonderlich im Frühling, wann sie im Leich sind und sich aus dem See in die Ried Gräben hinaus lassen, zinober farbe Bäuchlein. Mann nennet sie Bammelin. Im May und Juny lassen sie sich aus dem See in die dem See anligenden Riedtgräben in solcher Quantitaet aus, daß wann man in den Graben einen Sak einspannet, und sie mit Steken durch den Graben dem Sak zujagt, so fangt man in einem Fang viel hundert auf einmahl. Man kan sie auch essen ohne ausnemmen (dann zu excentriren sind sie zu klein), ein wenig in fein Mähl gerührt und in Schmalz gebaken sind sie am besten, und doch nicht sonderlich gustevol. Gegen den Herbst lassen sie sich wieder alle in den See, dz man nicht eins mehr in den Gräben findt.
Diese Fischlein sind sehr gut den Kindern, wann sie den Ettig haben, wie wir es nennen, oder den Miteßer, morgens in aller Frühe lebendig auf das Herz-Grüblein zu binden, wie ichs selbsten an meinem ältern Sohn probirt habe.“

Steinböke
„Valß hat vier Nachbarschaften (…). Es ist auch allda ein kleines Thal, da man hinüber in das welsche Thal Breniam kommet, um diese Rivieren gibts gerne, wie Sprecherus schreibet, Steinböke oder Gamßthiere, wie auch im Pargell, Obern Engadin, Puschlav, Flimß und an manchen andern Orten unsers Lands mehr, da sie herdenweiß auf den Klippen herum hupfen.
NB. Was hier von den Steinböken gemeldet wird, ist eigentlich nur von den Gamßböken zu verstehen, dann das Geschlecht der rechten Steinböken in unserm Land schon längsten gänzlich ausgerottet. – Es möchten villeicht noch etwelche wenige Reliquien davon im Waliser Land oder in den Piemontesischen Thälern zu finden seyn – wann an diesen Orten keine mehr zu finden, werden sie in Europa wohl so rarum quid werden, als die Einhörn und ein Phoenix.“


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