Flückiger See in Betzehause

hinnerem Ufersaum vom Flückiger See ducke
un recke sich d`Etaaschebaute wo ausschaue
als wäre se für d`Asylante nagschtellt worre
Asylante wo`d vom Fernseh kennsch wo`d
se als winke sieksch von brennende Balkön

überem glatte Spiegel vom Flückiger See d`
Schwän wo ausschaue wie der Flieger do
d`Konkord beim Abhebe wie knapp vorem
Absturz mit ihrene viel z`weit hinne abrachte
Tragfläche, nur kleppret se annerschter un

über allenem throne d`Schwarzwaldkuppe
schön isch es, kannsch sage was`d willsch

(H. Binkele, 1992)


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6 Kommentare zu “Flückiger See in Betzehause”

  1. Horst Schäufele, Liedolsheim
    3. Januar 2011 um 13:35

    H. Binkele, das H. steht in dem Fall für Herr, verfaßte sein lyrisches Werk – bis auf wenige Ausnahmen – um die spannende Wende der 1980er/90er im Alter von über 30 Jahren. H. Binkele möchte nur vage Angaben über seine Person veröffentlicht wissen, auch ist der Name Binkele selbst ein Pseudonym, gewählt, um möglichst badisch zu klingen. Tatsächlich heißt H. Binkele völlig anders und ist als Knabe im Unterstufenalter mit seiner von außerhalb stammenden Familie ins Mittelbadische gezogen. Heute lebt er im Karlsruher Raum. Seine gesammelten Werke sind nun, nach langer Überzeugungsarbeit, denn ursprünglich waren seine Texte nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, in linierten Quartheften beim Schäufele Verlag, Liedolsheim unter dem modernisierten Titel desglaubschdu.net niedergelegt. H. Binkele sagte mir noch vor Weihnachten, er möchte nichts mehr mit seinen Texten zu schaffen haben. Umso mehr verwundert mich wie Sie an dieses Gedicht gekommen sind. Es sind ja überhaupt noch keine Quarthefte im Umlauf. Hat H. Binkele Ihnen die Publikation autorisiert? Kennen Sie ihn etwa persönlich? Er ist ja doch seit Jahren saumäßig schwer zu erreichen. Darf ich Ihnen ein Quartheft zukommen lassen?

    Mit freundlichen Grüßen, H. Schäufele

  2. Fr. Schladerer
    13. August 2012 um 15:38

    niemals hätte ich gedacht nochmals und dann im internet auf die gedichte meines jugendfreundes h. binkele zu stossen. vielen dank an rheinsein, eine super sache! mein lieblingsgedicht habe ich seit damals aufbewahrt:

    why / weil

    weil ein knulp voll gedanken im köpfle mir klebt
    weil mein körper von oben nach unten strebt
    weil die erde auf der wir beben lebt
    sag ich: hauptsache binkele

    wir haben die tatsachen anerkannt
    badnerland ungleich schwabenland
    wir halten den rand an deutschlands rand
    ja, aber: hauptsache binkele

    wir haben den rhein mit wasser benetzt
    und uns nur um zehntausend jahre verschätzt
    wir haben die freunde der dichtkunst vegrätzt
    why? – hauptsache binkele

  3. K. Lauer
    20. August 2012 um 16:26

    “Fr. Schladerer” hat mich darauf aufmerksam gemacht, daß hier Texte vom H. Binkele zu finden sind, den ich noch von der gemeinsamen Gymnasialzeit in Karlsruhe kenne, wo er auch schon mit Gedichten auftrat und weswegen ich dem Kommentar vom Horst Schäufele widersprechen muß, denn H. Binkele lebte bereits damals in Karlsruhe (wo er jetzt lebt, weiß ich leider nicht) und hat sich bei seinen “Performances” wie er das nannte gern Hauptsache Binkele genannt, also steht das H für Hauptsache und nicht für Herr. Natürlich stimmt es, H. Binkele hieß eigentlich ganz anders und wer ihn kannte, der wußte auch wie, nämlich (Name gelöscht, Anm. rheinsein). “Fr. Schladerer” heißt ja auch nicht “Frau schladerer” und “K. Lauer”, so einfach geht das eben nicht, also lassen wir das. Jedenfalls finde ich das schon ziemlich unanständig vom Herr Horst Schäufele, daß er angeblich alle Gedichte vom H. Binkele gedruckt hat, obwohl der H. Binkele das garnicht mehr haben will. (Damals ja schon, da wollte das aber keiner drucken, und als er seine Gedichte nicht verkaufen konnte, fing er an sie zu verschenken.) Also Herr Schäufele aus Liedolsheim, schämen Sie sich! Das sagt ein alter Kamerad vom H. Binkele, der übrigens auch noch Originalgedichte von ihm hat, weil mich damals als Jugendsünde Gedichte auch mal interessiert haben, also ist es schon eine ziemlich unbverschämte Behauptung, zu sagen, Sie hätten ALLE GESAMMELTEN WERKE, denn meine Werke vom H. Binkele, die ich damals von ihm bekommen habe, wohlgemerkt im Original, haben Sie ja nicht, und sowieso eine Unverschämtheit, das zu drucken gegen den Willen von H. Binkele. Mit freundlichem Gruß, Kurt Lauer

  4. Stan Lafleur
    20. August 2012 um 16:48

    Sehr geehrter Herr Lauer,

    ich vermute, es macht wenig Sinn, hier auf Herrn Schäufele zu antworten. Ich hatte ihn vor anderthalb Jahren um die Quarthefte gebeten, aber außer seinem obigen Kommentar nie etwas von ihm gehört. An eine tatsächliche Existenz der Quarthefte glaube ich nicht. Für Kopien Ihrer Originale von H. Binkele würde ich mich sehr interessieren. Ich kenne H. Binkele nicht persönlich, das Gedicht wurde mir aus seinem Umfeld zugetragen mit der glaubwürdigen Versicherung, ich könne es auf rheinsein veröffentlichen oder auch nicht, es sei dem Autor egal, was mit seinen alten Texten geschehe, nur sollte sein Pseudonym auf keinen Fall gelüftet werden. Deswegen habe ich den Klarnamen aus Ihrem Schreiben entfernt.

  5. K. Lauer
    21. August 2012 um 14:49

    Sehr geehrter Herr Lafleur, eine Frage: wie können Sie sich da so sicher sein, daß es dem H. Binkele egal ist, was mit seinen alten gedichten geschieht, wenn Sie das angeblich nur von “seinem Umfeld” gehört haben und nicht von ihm selbst? Ich glaube zwar auch, daß es ihm damals schon egal war, aber solche Haltungen können sich ändern, gerade in der heutigen Zeit. Wieso wollen Sie denn meine Texte vom H. Binkele haben? Wollen Sie die auch veröffentlichen?

  6. Stan Lafleur
    21. August 2012 um 15:36

    Sehr geehrter Herr Lauer,

    Die Veröffentlichung des Gedichts Flückiger See in Betzehause von H. Binkele auf rheinsein ist ein Grenzfall. Denn im Grunde kann ich nicht einmal mit hundertprozentiger Sicherheit behaupten, daß das Gedicht letztlich von einem „H. Binkele“ stammt. Kommt es in Ihrer Erinnerung noch vor? Es wurde mir seinerzeit zugespielt von einer langjährigen Bekannten, die ihren Namen nicht öffentlich genannt wissen möchte, ähnlich wie H. Binkele selbst, für dessen (ehemalige) dichterische Existenz hier neben meiner Bekannten allerdings bereits drei Personen sich verbürgen – was meines Erachtens erstaunlich viele sind für einen „vergessenen“ Dichter -, darunter auch Sie.
    Meine Bekannte und ihre Freundin kennen die heutigen Lebensumstände H. Binkeles sehr gut – sie sind jedoch aus Gründen, die ich respektiere, nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Meine Bekannte hatte mir nach einem Besuch auf rheinsein erstmals von H. Binkele und seinen Gedichten am Telefon erzählt, weil sie wußte, daß ich mich dafür interessieren würde; meine Bekannte und ihre Freundin haben damals auf meine Bitte wiederum „H. Binkele“ von rheinsein erzählt und meine Frage weitergeleitet, ob er mit einer Veröffentlichung des Gedichts Flückiger See in Betzehause, das im Besitz meiner Bekannten sich befand, einverstanden wäre. So kam ich an „Binkeles“ Antwort.
    Hinzu kam jüngst recht überraschend das zweite Gedicht in einem Kommentar von „Fr. Schladerer“. Wiederum kann ich eigentlich nicht wissen, ob das Gedicht von „H. Binkele“ oder von „Fr. Schladerer“ (den/die sie zu kennen angeben) oder von jmd gänzlich anderem stammt. Ich verlasse mich in solchen Fällen zu nicht geringen Teilen auf meinen lyrischen Instinkt (und gut 25 Jahre Berufserfahrung), sowieso ist der pseudonymisierten Fiktion und Fiktionalisierung auf rheinsein immer eine Tür geöffnet und letztlich sollten wir die Kirche im Dorf lassen: einen kommerziellen oder etwaigen Revival-Erfolg der hier veröffentlichten H. Binkele-Texte erwarte ich, man mag das bedauern, befürworten oder beklagen, nicht.
    Mir bedeutet es viel, auch solche – von vielen als randständig angesehenen – Texte unbekannter oder vergessener Autoren ins rheinsein-Mosaik einfügen zu dürfen, wo sie dann in unmittelbarer Nachbarschaft zu „großen Namen“ stehen, wodurch einige in meinen Augen für den Blick aufs Ganze notwendige und auch interessante Perspektiven entstehen. Aus diesem Grund wäre ich dankbar, Kopien der Ihnen zur Verfügung stehenden H. Binkele-Texte einsehen zu dürfen/zur Verfügung zu haben. (Ihr Einverständnis vorausgesetzt/erbittend, schlage ich vor, die Korrespondenz nicht in der Kommentarfunktion, sondern per E-Mail fortzusetzen.)

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