Rheinische Tierwelt (8)

Froshas

Der Frooshaas (auch: Froshas) ist ein regionales Flurwesen des Alpenrheins, das im Dämmerlicht in den schmalen Talstreifen um Sargans und Schaan auftritt, um Kinder anzufallen, die sich dort schweifend dem zeitigen Zubettgehen verweigern. Die Wortbedeutung liegt ebenfalls im Zwielicht, “Freßhase” bzw “Fraßhase” scheint auszuscheiden, das verniedlichende “Froschhase” (hier in einer Interpretation Heidi Starcks) stammt aus jüngerer Zeit, wie überhaupt die heutige Dorfjugend forscher, dh mit selbsterdachten Fallen, gegen das blutrünstige Tier vorgeht.


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Ein Kommentar zu “Rheinische Tierwelt (8)”

  1. Heidi St.
    25. Oktober 2013 um 10:12

    Bei Otto Seger steht es so, das Buch habe ich nun im Vaduzer Brocki gefunden: “Wollten früher die Kinder bei Dunkelheit noch auf die Strasse, so sagten Vater und Mutter: “D’ Froshasa konnd”. Bei genauerem Fragen wurden dann diese Hasen auch beschrieben: Sie sollten aussehen wie ein Vogel Strauss mit einem Hasenkopf! Wenn die Dunkelheit kommt, jagen sie die Kinder nach Hause, indem sie in ihre Waden zwicken. In Schaan hatten die Froshasen ihre “Wohnungen” im Mähdersträssle, bei den Seidenbeerbäumen und im Oschtiloch.” Diese Ortsbezeichnungen kursieren heute nicht mehr, es dürfte daher schwer werden, dem Froshas aufzulauern. In den Anmerkungen steht noch, dass die Erzählung vom Froshas eine Parallele im Sarganserland habe, wo diese Tiere Kinder, die beim Betläuten nicht daheim sind, in den Valeis-Tobel jagen.

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