Pissing in the Rhine

Ihre Mischung aus Mainstream-Rock und Humba-Punk macht die amerikanische Band The Hooters in deutschen Landen volksfesttauglich. Zur Bekräftigung solcher Massenausrichtung haben die Johlgesellen im Jahre 2010 einen Song in etwa in deutscher Sprache eingespielt, der mit einiger normativer Kraft des Faktischen ausgestattet „Wein“ auf „allein“ auf „Rhine“, „hier“ auf „Bier“ und „Küsse“ auf „Gewissensbisse“ reimt, dazwischen eine vermutlich dadaistisch beeinflußte, sicherlich aber romantisch grundierte Story um „sieb`n Dutzend Rosen“ aufbaut, die, wohl nebst um Volkes auch um Feuilletongunst bemüht, sogar einen fast versteckten modernen Verweisreim auf eine einst vieldiskutierte deutsche Punkrockband enthält, und in einem weiteren Schachzug das Dilemma menschlicher Ahnungslosigkeit thematisiert, nur um in der nächsten Zeile so optimistisch wie kategorisch wieder absolute Gewißheit zu vermitteln – was alles in allem genug Rüstzeug zur nationalen Gröhlhymne scheint. „Pissing in the Rhine“ lautet folgerichtig der Titel des Songs mit den, je nach Stimmungslage, überaus trost- bis verdrußspendenden Endzeilen: „Ich bin nicht allein / Du bist nicht allein / Wir sind nicht allein“, und es gibt auf Youtube bereits einige Mitschnitte von Live-Performances dieses neuen Glanzstücks rheinischen Liedguts.


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