Thusis (2)

viamala
Thusis erinnert an Kulissendörfer aus frühen Westernfilmen, parkende Autos erwecken unweigerlich den Eindruck zur Rast angebundener Pferde, während die Hauptstraße den großen Treck der Italienfahrer vorbei an einer Reihe Barbiere, Kolonialwarengeschäfte und Saloons transportiert. Mehrmals ist die Stadt abgebrannt, das könnten Indianer verantwortet haben oder Kollaborateure: “Das gute Thusis hatte das Unglük, vor 16 Jahren totaliter zu verbrennen und jez vor etlichen Monathen wiederum, aussert dass dies letztere Mal die Kirch und dz Pfarrhauss noch errettet werden mögen. Es gienge leider in der nacht so schnell zu, dz von so vielem Gut, aud vielen Kaufmanns-Gütern sehr wenig gerettet werden können. Gott tröste die arme Leuth. Nur Chur soll ihnen an Victualien oder Geld 2000 R. theils gegeben, theils versprochen haben, auch Igis allein, die ein nicht so gar grosse Gemeind und aber solch Unglük auch selbst erfahren hatte, hat auch R. 110 gesteuert etc. Andere werden auch pro rata das ihrige thun und werden allso die Leuth ihren Bau eylfertig fortsezen; er gehe auch, wie vernimme, glüklich von Statten. Das Unglük hat der Portenwächter Vergith erreget, durch unfürsichtige Anhänkung einer brennenden Laterne an einen Heustok” schreibt Nicolin Sererhard, dessen “Einfalte Delineation aller gemeiner dreyen Bünden” noch einige originelle Quellen vermuten läßt, Mitte des 18. Jahrhunderts. (Foto: Helena Becker)


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