Japanische Rheinbetrachtungen (4)

Da sich einfach keine japanischen Rheinbetrachtungen finden lassen wollen, eine chinesische: Über den Erzählband „Nachtschwimmen im Rhein“ der rheinfern in Berlin lebenden Chinesin Luo Lingyuan schreibt Steffen Gnam in der rheinnäheren FAZ vom 12. Juni 2008: „(…) Auch in der unterkühlten Titelerzählung “Nachtschwimmen im Rhein”, in der Meizhi, die Gattin eines Vorstandsvorsitzenden der Rheinbau-AG, nach Maos Vorbild zum Flussschwimmen aufbricht, um in der Stille der Mondnacht eine Erleuchtung über das Wesen der Liebe zu erlangen, kommt es bestenfalls zur Scheinkatharsis: Meizhis Versuch, mit einem schweren Kamm den Badezimmerspiegel zu zerschlagen, vermag die Antagonismen nicht aufzulösen. Der erhofften Einnahme des Himmels, so Luos Grundtenor, stehen auch und gerade in der Fremdkultur unsichtbare Schranken im Wege.“ Das Coverfoto zeigt Gesicht und unbekleideten Oberkörper einer asiatisch wirkenden jungen Frau, wie sie gerade dem Rhein entstiegen sein könnte, in erotischer Rückenlage mit einherströmendem Haupthaar: sex sells, eine bewährte konfuzianische Idee, die dennoch immer wieder pfeffrig-frische Exotik verströmt.


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