Bei der französischen Marine

Auf einer Korvette der französischen Marine namens „Le Rhin“ umrundete einst Charles Méryon (1821-1868) die Welt, fertigte dabei ein paar Skizzen von Neuseeland, entdeckte zurück daheim seine Farbenblindheit, entschloß sich daher statt auf Malerei auf Radierung sich zu verlegen, wurde darin der beste seiner Zeit in ganz Frankreich, fristete nichtsdestotrotz, unterdessen gelobt von Baudelaire und Hugo, ein klischeemitbildendes Leben, mittellos und straßennah, und endete, unter Depressionen und Verfolgungswahn, in der Irrenanstalt von Charenton, in der gut 50 Jahre zuvor auch das Licht des Insassen de Sade verlosch. Müßig zu erwähnen, daß nach Méryons Tod die zu Lebzeiten mäßigen Preise für sein Druckwerk (in einer für Ende des 19. Jahrhunderts sensationellen Spanne) sich vervielfachten.
Auch heute besitzt Frankreich ein Schiff namens „Le Rhin“, das die Weltmeere befährt, ein elektronisches Versorgungsboot, und es ist unbekannt, welche aktuellen bzw kommenden Künstlerschicksale (und seien es Avatare) darauf wirken. Auf Standarten und sonstigen Emblemen dieses Schiffs findet sich übrigens, einigermaßen überraschend, mit Wotan/Odin ein nicht ganz gallischer Gott des Krieges, der Magie und der Poesie: den Rhein bezwingend, vor Burg Katz.


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