Dreiländeroper

Im oberrheinischen Dreiländereck Basel – Elsaß – Baden entsteht gerade eine multimediale Oper, geleitet von Bruno de Chénerilles, schreibt die Badische Zeitung vom 28. Mai, aus der Bdolf einen Ausriß schickt. Um Klänge und kulturelle Hintergründe der Region zu erforschen, befragte ein Beteiligungskampagnen-Team Passanten auf den Marktplätzen der Region zu Lieblingsklängen und -landschaften. Hierzu ein kurzer Auszug aus dem Interview:

BZ: Was haben Ihnen die Menschen geantwortet?
De Chénerilles: In vielen Antworten ging es um den Rhein oder um den Schwarzwald – und um den Flughafen. Niemand hat den Euro-Airport als Lärmbelästigung abqualifiziert, obwohl er für die Menschen Lärm und Schmutz bedeutet. Wenn sich jemand über den Flughafen äußerte, hatte man den Eindruck, der Flughafen ist seine Tür zur Welt.

BZ: Haben Sie eine Art Heimatkunde betrieben?
De Chénerilles: In gewisser Weise ja. Es gehört zu den Eigentümlichkeiten dieser Gegend, dass sich die Menschen stark mit ihr identifizieren. Sie müssen sich vorstellen, da erzählte uns jemand, wie sehr er es liebe, von sich zu Hause aus das Starten und Landen der Flugzeuge zu sehen. Es gibt da eine gewisse Enge durch die Nähe der Grenzen und dann ist das dieser Flughafen, der die Enge durchbricht. Ich selbst habe das gespürt. Aber die Tatsache, dass jemand, der dort lebt, es aussprach, gab der Tatsache eine besondere Qualität.

(Im Hinterhof geht seit vier Stunden mit unbeschreiblichem Lärm der Rasenmäher, ganz bestimmt ein am TÜV vorbei aufgemotztes Fabrikat im Besitz der hiesigen Hausmeisterdynastie, um mit völlig unkölnischer Hartnäckigkeit jeden Ansatz von Wildwuchs zu vernichten. Ich kann diese Flughafenanwohner nicht bis ins Detail verstehen. Aber der Rasenmäher führt ja auch nicht aus Köln hinaus, sondern verwirft, wie in Köln üblich, lediglich den Hof und seine Anwohner auf ihr bedröhntes Selbst.)


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