Neustätten (3)

neustätten_parole

Daß neben sehr schlichten auch den widerlichsten Ideologien zu folgen sich haufenweise Anhänger und Mitläufer bereitfinden, ist weit über den rheinisch-römisch-germanischen Kulturraum spätestens seit den diesbezüglichen Erfolgen des Nationalsozialismus und Faschismus verbreiteter Kenntnisstand. (Wars wohl vorher schon. Zu dieser Thematik und weiteren Un/Sicherheiten siehe auch: Geschichte des Glaubens (zurecht oft verwechselt mit: Geschichte des Wissens).) In Neustätten allerdings (Gnade und Fluch der späten Stadtgründung) nur aus den Büchern ante urbem conditam, welche dessen hochmodernen Bürgern bereits in den Gencode eingeschrieben sind. Wohl daher und nicht zuletzt aufgrund der vorherrschenden Wohnstruktur (personenstarker Arbeiterbürger-WGs) findet sich in Neustätten eine im deutschsprachigen Raum (und das will was heißen!) weit überdurchschnittliche Anzahl ausgeprägter Ideologien (einzelne Bürger sollen bis zu zwei handvoll davon vertreten). Die sich natürlich im Stadtbild niederschlagen: beispielsweise diese piktografisch gestützte Durchsage einer Splittergruppe des diesel-veganarchisch orientierten „Rheintaler Geschichtsvereins“, ein (an seiner rigorosen Antihaltung erkennbarer) Retroslogan, plaziert an einer der typischen, selbstreinigenden,  porig-rissigen (womit, kaum die klügste Entscheidung des Neustätter Stadtbaurats, die Nichtvorhandenheit von Geschichte fürs Auge ein wenig kaschiert werden soll) weißen Hallenwände.


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