Rheinische Frühheidi

urheidiAuf der Suche nach den unsagbar wertvollen, da glückbringenden Lochsteinen, die oft jahrzehntelang vergeblich verläuft, gelang oder passierte Rheinsein, auf einer der üblichen efemeren Kiesbänke unweit des Elandorfs Schaan, der Fund einer neolithischen Rheinzeichnung, i.e. einer vom Rhein aus Stein geschürften Hydrografie. Motiv: die freischwingende Anwohnerin (der Einfachheit halber vom Finder “Heidi” genannt) grüßt im Tanzritual ihre Bergkuppen, während sie bereits bis zum Oberschenkelhals im Wasser (als untere Bildmitte durchlaufende Rheinwelle angedeutet) steht – äußerst frühes, den gängigen Jagdszenen abgewandtes Bildzeugnis für die präapokalyptischen Errungenschaften der Sorglosigkeit, des Trotzes, der Freude und des Widerstands (gar alle vier in Einem)! Der frohlückend-frühlockenhafte Strich am oberen Bildrand zeigt in typischer Spiraltechnik Heidis von metafysischem Dauerbrand gewirrten Sonnenschädel, der sich in aufkommendem Föhnwind löst. Die so einfach gehaltene wie hochkomplexe Komposition weist nach heutigen Deutungsmaßstäben auf Magie und Ekstase, zwei nach wie vor rätselbehaftete Um- und Zustände menschlichen Wesens wie Empfindens.


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