Haldenstein (3)

Wie gut die Kommunikation mit dem dem Zentralrheinländer in vielerlei Weise äußerlich fremd wirkenden, von so hohen Bergen gesäumten, von zunächst (aber nur auf den allerersten Anschein!) so unverständlichen Aktionen geprägten Lebensformen im Alpenrheintal funktioniert, verdeutlicht folgende Begebenheit, die für meinen kurzen Aufenthalt bisher als absolut typisch erachtet werden kann: jüngst stellte ich hier meine Verwunderung über einen u-förmigen Straßenbau mitten im Fluß, knapp unterhalb der Haldensteiner Rheinbrücke, ins Netz. Kaum zwanzig Minuten vergingen auf diese hilflose Anfrage ins sonst so völlig Blaue, schon stellten fleißige Arbeiter mit Schweizer Präzision formulierte Tafeln an besagter Brücke auf, die über die mir so rätselhaft erscheinende Maßnahme informieren: daß die Flußsohle sich im Laufe fortschreitender Erosion vertieft habe; daß der dritte Brückenpfeiler dadurch zwar nicht akuter, aber doch absehbarer Unterspülungsgefahr ausgeliefert sei; daß man daher beschlossen habe, die Flußsohle auf ein stets Niveau zu fixieren und somit die Brücke zu sichern; daß hierfür mitnichten eine „u-förmige Straße“ gebaut würde, wie ich an den fortgeschrittenen Arbeiten leicht feststellen könne, sondern eine „aufgelöste Hockrampe“ von etwa 60 Metern Länge, zunächst auf Haldensteiner Seite; daß dies nur Baufase 1 darstelle und in Baufase 2, die, verspreche man hiermit, für ortsfremde Interessenten zeitig ausgeschildert würde, eine weitere aufgelöste Hockrampe auf Churer Seite hinzugebaut würde, sobald jene auf Haldensteiner Seite die Situation zureichend stabilisiert habe; daß ich mir schließlich um die Fische keine Sorgen machen müsse, denn diese wie auch andere Wassertiere erhielten Durchlässe von zureichender Geräumigkeit; daß für alle weitere Fragen im Übrigen auch das Gemeindebüro wochentags in den frühen Morgenstunden geöffnet habe.


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