novemberrhein
der versicherungspalast ragt in die end-
novembermilde wie ein zementner hungerast
symbolisches gebilde fuer herzensschwere
& den ganzen spaetherbstschmuh. der flusz
rippt sich in wellen aus verlegenheit
frequenzen, ausgesandt von alpenstein: wir
sind gedraengt, wir sind millionen, sind allein
wir flieszen irgendeinem meer entgegen
am ufer angeschwemmt, verkorkt noch
& adresslos, brieflos: flaschenpost, deren
hohle rede nicht einmal die gier & neugier
all der bloeden moewen lockt. zehn grad
zuviel fuer diese jahreszeit streicheln die
pappeln & die wasserhaut, blau/gold in ab-
getoentem mittagslicht. durch uns hindurch
arbeiten sich die schiffscontainer. wir sehens
spuerens & wir glaubens nicht. der flusz zeigt
uns die breite uferzunge. so langsam, dasz die
zeit zusammenbricht. wir schaun aufs wasser
auf das stroemen, schaun uns selbst an. es
knirscht, wir waehnen uns im kiesbett unsrer
sinne. kohlmeisen singen dazu leise in den
weiden. liebste, komm, mach hinne! denn
so romantisch waren wir seit langem nicht
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