oktoberrhein

ich sah den rhein in grauer statik westwaerts gleiten
seine oberflaeche roch nach frisch erstarrtem blei
drueber peitschten sturmkartaetschte gischtbreitseiten
entlaubte pappeln. hagebutten flogen mir durchs haar

& fratzen schnitt der wind in boeenduenungsbuesche
silbrige weidenwedel schraeg gestellt zur welt
im wellengang geduckt krochen containerschiffe
als haett man kinder auf den weg zum gottesdienst gequaelt

aus ruszig schwarzen wolken brachen boeen, boeen
ueber boeen rasten uebern flusz, die ufer, in die straszen
laermten, brachen ins gebuesch & schnitten atem ab
pfiffen lieder, deren text wir laengst vergaszen

am naechsten morgen war der rhein dann blau & klar
als sei nichts vorgefallen. nur der skelettoese
ufersaum stand nasz & nackt wie nach der mauser da
& ich spuerte so ein boeses ziehen im gekroese


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2 Kommentare zu “oktoberrhein”

  1. Paul Laub
    2. Oktober 2009 um 12:39

    Was für eine Betrachtung. Sehr stimmig. Du und dein Fluss, ihr seid schon zwei…
    Beste Grüße.

  2. hab
    2. Oktober 2009 um 16:46

    “der skelettoese ufersaum” … gratuliere zu dem bild! google hat aber auch 1 gedaechtnis …

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