Fluss

“Fluss, Du fließt in alter Weise / durch Dein programmiertes Tal / in zeitloser Deutschlandreise / so schön und überregional” – gemeint sein kann mit diesen Zeilen wohl nur und ausschließlich der Rhein, den die Düsseldorfer Elektropopper von Rheingold in ihrem Stück aus den frühen 80ern besangen und lyrisch erstmals in sein neues elektronisches Bett zwangen. “Töne fließen wie ein Strom den Fluss hinauf / Ströme steuern diesen neuen Tonverlauf” löst sich der Refrain nach dem Naturvorbild in sich selbst und der typische NDW-Sound geht über in Wallen und Wogen, zieht selbstvergessen einem digitalen Meer entgegen. Aus der Tiefe des Songs treten unterdessen historische Überblendungen: “Du kennst Burgen und Ruinen / Spiegelglas und Edelstahl / Wir, wir bauen auf Platinen / und denken digital” – die auch bald drei Jahrzehnte später nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben. Fluss von Rheingold klingt wie eine ferne, aber stets präsente Erinnerung voll synekdotischer Wechsel zwischen dem Großen, dem Kleinen und dem Einen, Fluss von Rheingold klingt wie der Rhein.


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