Rheinische Wasserheilige

Brunnen- und Quellenheilige sind ein Fänomen entlang des Rheins von den Alpen bis mindestens in Kölns nordöstliche Ausläufer (was Wunder, wo´s in Köln ja besonders heilig zugeht). Manche dieser Orte und Namen sind aus Sagen überliefert, darunter viele Lokalheilige und -selige (nebenbei: übertrifft der Zustand der Heiligkeit wirklich jenen der Seligkeit oder basiert die abgestufte päpstliche Selig-, und dann womöglich erst Heiligsprechung auf einem frühen, konsensgewordenen Kirchenbeamtenscherz?), die in den gängigen Weltheiligenkalendern gerne durchs Raster fallen. Die kultische Bedeutung der Quellorte geht dabei angeblich meist noch auf keltische Ursprünge zurück, im Zuge der Christianisierung wurden sodann die alten Mythen von christlichen Legenden überlagert. (Schon an den drei Wurzeln der Weltesche Yggdrasil aus den nordischen Sagenzyklen lagen je quasi-heilige Quellwässer, Kelten und Germanen gehen eh irgendwie ineinander auf, der griechisch-römische Mythenkomplex kennt natürlich ebenfalls (halb)göttliche Quellgestalten – es ist sozusagen alles eine zünftige, kräftig ziehende Suppe.) Heilige Brunnen und Quellen enthalten nun also Heil, viele solcher Heilwässer ziehen Augenleidende an, über die Heilung von Kurzsicht ist wenig bekannt. Chemisch-fysikalisch sind die meisten Eigenschaften und Reaktionen von Wasser zwar bekannt und nutzbar, viele aber bleiben dennoch unerklärlich: Gottesbeweis oder Beweis für den Zustand der Wissenschaft? In den 1930ern stellte der österreichische Wasserforscher Viktor Schauberger die These auf, daß in einem Glas Wasser mehr Energie steckt als wir uns vorstellen können. Kern seiner Theorien war, daß Wasser als „Motor der Erde“ funktioniert. Nach erfolgreichen Entwicklungen im Flußbau (Schauberger hatte 1935 auch einen alternativen Vorschlag für die Alpenrheinregulierung eingebracht, der aber bei den Verantwortlichen der Rheinbauleitung kein Gehör fand), wandte er sich innovativen Techniken der Wasserbelebung zu. Er entwickelte zahlreiche Maschinen und Patente, war aber letztlich erfolglos in der Umsetzung seiner Ideen. Von interessierten Esoterikern, die “belebte” Wasser verkaufen, ist Schauberger mittlerweile in eine Art Heiligenstand erhoben.


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