Rheinische Wildschweinjagd

Barocke und moderne Jagdmethoden, dh ein weiteres Juwel aus dem Antiquarius vs. zeitgenössischer Pressebericht, jeweils zum raren Thema Wildschweinjagd am und auf dem Wasser: „Im Breißgau und sonderlich in den morastigen Gegenden des Rheins giebt es viele wilde Schweine, die sich stark allda aufzuhalten pflegen, und ehedessen sehr schwer herauszubringen waren, bis man endlich vor etlichen Jahren auf das Mittel gerathen ist, daß man auf derjenigen Seite, wo der Wind herkommt, an zehen bis zwölf Stangen, die etwas weit von einander stehen, Schwefel anzündet, indessen daß sich die Schützen und Jäger auf der gegen über liegenden Seite mit ihrem Gewehr anstellen. Weil nun die Schweine diesen Geruch nicht vertragen können, so wollen sie sich davon entfernen, und auf der andern Seite des Morastes herausbrechen, da sie denn ihren Feinden also in den Schuß kommen. Sonst haben die Bauern in selbiger Gegend auch noch eine andere Jagd, wobey es gar still zugehet. Sie wissen nämlich, daß die wilden Schweine öfters des Nachts über den Rhein schwimmen, daher lauren sie mit ihren Nachen im Strom auf, heben sie mit den hindern Beinen in die Höhe, daß sie mit dem Kopf untertauchen und ersaufen müssen, worauf sie das Wildpret in ihre Kähne oder Nachen bringen, und ans Ufer schleppen.“ Hingegen berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger vom November 2008: “Auf der Flucht vor Jägern hat sich (…) in Koblenz ein Wildschwein durch einen Sprung in den Rhein gerettet. Nach Angaben der Polizei durchquerte die Wildsau zügig den Fluss und entkam so den Polizisten, die bereits Maschinenpistolen für die Treibjagd bereitgestellt hatten. Auf der anderen Seite des Ufers wurde das Tier von mehreren Streifenwagen empfangen. Die Beamten sicherten den Verkehr und blieben dem Wildschwein auf den Fersen, bis es schließlich in den Wald zurückkehrte.”


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