Den Quellen zu

Wiißtsiiwüschp(ch)aatdaßesühsch? Na dann aber mal los! Eh sind die Berge fort, im abendgeschwärzten Regendunst verschwunden. Unterm Regendunst der Regen als hochgradig inszenierter Klassiker, das regenbringtsegenergebene Tal mit seinen elektrischen Leuchtpünktli (seltene Schreibstübli, in denens Licht brennt zu dieser unchristlichen Zeit), klaffende Tastatur der Nacht, die nur mit Benzin vernäht werden kann, auf Chur zu, in einem Tempo, das Salis-Seewis selig gewiß als teuflisch empfunden hätte, Vorgriff auf die Serpentinen überm schnell erreichten Albularhein. Der Mittelstreifen pfeilt gen Himmel. Dorthin! Der Regen wäscht`s Bewußtsein mit Klarol, die Nacht plättet`s hernach mit allergrößtem Selbstverständnis. Am Wegrand, kaum bis garnicht erkennbar, laut Reiseführer aber unbedingt vorhanden: sirpesüffelnde Bartgestalten, flüssige Schatten, unter Felsüberhänge geduckt. Sternäugige Anógl sprühen auf der Hochalp matte Funken, fröhlich fallen die Ohren zu. So wie`s hier schifft, könnte man glatt meinen, der Rhein sei ein heimlicher, regennächtiger Himmelsentspringer, doch dreht sich Regen in Schnee, auf der Höh und kristalliner Basis, kleines alpines Hochsommerwunder und wenn wir fortkommen wollen, müssen wir so lange auf das Klima einschwätzen, bis es weich wird und Taulaune bekommt.

 


Stichworte:
 
 
 

Kommentar abgeben: