Fließ, Fluß, fließ

Mal kurz zurückgedacht habe ich, außerhalb des Internets, den Rhein als Passagier und Sozius mit Flugzeug, Bus, Zug, Auto, Motorrad, Fähre und Ausflugsboot gekreuzt, zu Fuß und mit dem Fahrrad bin ich rübber un nübber, ich bin sogar einmal in einem Fernwärmetunnel unter dem Rheinbett hindurch gewandert, nur durchschwommen bzw durchtaucht und überpaddelt/-rudert habe ich ihn (realiter, dh, realiter in der Ersten Welt) noch nicht. Ich habe den Rhein desweiteren in Filmen, Bildern, Liedern, Artikeln, Gedichten, Romanen und Reiseberichten, sogar ganzen Rauminstallationen bereist. Ich habe häufig das Gefühl geliebt, das es macht, den Rhein zu queren. Ein Gefühl der Entgrenzung, Macht und Erhabenheit, mehr oder minder einsamen, fragwürdigen Aufbruchs, eine Art naturelektrisches Ziehen, ein Flirren und Flitschern, das zu einem Amulett verschmilzt, unweit der Enden des Regenbogens. Wer am Rhein geboren wurde und aufwuchs, der kann diesem Fluß nicht entkommen. Der Rhein lebt und wirkt; doch oft wie ein petrifizierter Blitzeinschlag, Glücksfall für Geologen, Industriebosse, Politiker und Kartografen, eine antike, für die heutigen Generationen frischgemachte Stätte zum Bestaunen und Sichfügen. Diesseits liegt die Heimat mit ihrer Geldwirtschaft, jenseits beginnt die Vorstellung von den Tiefen und Verrücktheiten des Weltalls. Ich finde das Rauschen des Flusses verstörend. Schalldichtes Fließen, begleitet von guten Schwingungen: eine dumpfe Wunschvorstellung. Da liegt die Echtwelt in all ihrer Künstlichkeit. Der Antrieb hinter menschlichen Tätigkeiten soll – letztlich – stets die Sehnsucht geliebt zu werden sein. Auch wenns die seltsamsten Auswüchse zeitigt. Ich tauche den Kopf in die Fluten und fühle mich wie der Uroboros, jene sich selbst verzehrende Schlange, die dem global auf Widerspruch geeichten menschlichen Hirn als Symbol für alles mögliche herhalten muß. ((Das ist sie also, die kaum bekannte Welt der Unterwasserlinge. Sie besteht vornehmlich aus Schwebteilchen und Kieseln, die mit eiliger Wucht durch ihren strömenden Kosmos scharwenzeln. Sie sagen nix, aber sie wissen wohin. Es ist, teils industriell angezapfte bzw vermehrte, grundsätzlich aber länger schon vorhandene Strömung (dh die Idee von Strömung in Tateinheit mit ihrer überaus kraftvollen Existenz), die Teilchen, Kiesel und Gegenwart bewegt. Das ist brutal schön anzuschauen. Mein Kopf verschwimmt zu einem amorfen Gegenstand, von Barteln, Muscheln und Kiemen bewachsen. So könnt ich


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