Stein (Aargau)

Stein heißen am Rhein wohl mehrere Orte, weil sichs reimt oder weil der Stein am Rhein seine ihm eigene Bedeutung einnimmt, als solcher, als vermeintlicher Kontrapunkt zum Wasser eben, als das männliche Prinzip, das Wasser wäre dann das weibliche, wobei der Rhein ein männlicher Fluß geheißen wird, woran die Römer nicht wenig Anteil gehabt haben dürften, was aber egal ist, da sie untergegangen sind und in uns fortleben, sich auf Erden in der Mystik und der Postmoderne eh alles Wissen aufweicht, ineinanderfließt und verwächst und auf der ganzen Welt keine These existiert, der nicht schon widersprochen wurde, gerade wird und in Zukunft erst recht: Moden, Szenen, Herrschaftsansprüche. Nun liegt dieses Stein im verkehrsdröhnenden Aargau mit seiner sommergrünen Jurakulissenwand winzig dahingedrängt zu Füßen derselben, auf der eidgenössischen Seite ergo, wo die Uhren ja etwas anders ticken sollen. Der Rhein heißt in Stein, das in etwa Stäei heißt, Rhy. Offizielle Kundgebungen und Verbote gibt’s jedoch nur in ordentlichem Schriftdeutsch: „Das Wellenschlag-Verbot soll eingehalten werden. Zu diesem Ergebnis kamen Gemeinderat und Vereinsvertreter von Ruder- und Motorbootclubs bei einem Erfahrungsaustausch zum „Schritttempo auf dem Rhein“. Das Wellenschlag-Verbot hat zum Ziel, die Unfallgefahr für die in den neuen Flachwasserzonen spielenden Kinder klein zu halten sowie Schäden an Booten an ungeschützten Liegeplätzen und die Zerstörung der mit grossem Aufwand erstellten Flachufer zu vermeiden.“ „Die reformierte Kirchengemeinde Stein veranstaltet einen Frauenmorgen „Mein Outfit – meine Wirkung“.“ Ob beide Beratschlagungen zu Synergien führen? Etwa im „Vortrag Bewußtseinswandel 2012 – stehen wir am Ende der linearen Zeit, der Polarität/Dualität?“? Auf dem Grunde des weinfunkelnden Römerglases liegt ein Stück rheinische Wahrheit, nach wie vor: zuviel davon kann ganz schön fertig machen. Auf dem Country-Fest der CB-Funker spielt „Otti`s Tanzmusik“. Und als ob das noch nicht Entwarnung genug wäre, ein auch für die aktuell grassierende Bienenlyrik begrüßenswerter Hinweis: „Die wegen der Bienenfaulbrut ausgesprochenen Sperrmassnahmen über die Bienenbestände können in Stein aufgehoben werden, wie der kantonale Veterinärdienst mitgeteilt hat.“


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