Endstufe

In Thor Kunkels ehemals skandalumwittertem (von der Presse teils vor Erscheinen in Grund und Boden zerrissenen) Naziporno- und Weltdeutungs-Roman “Endstufe” geht es um kriegsbefreite adlige Müßiggänger und Geschäftemacher, auch solche vom Rhein: “Die Rheinschiene war eine andere Fraktion – ausgelassener und wohlhabender als der wochenscheue Klüngel. Das picklige Kerlchen in der weißen Uniform hieß Gregor Freiherr von Gerritzen, angeblich Schwippschwager von Erbprinz Heinrich XIV.  ”Greggers” Leidenschaft galt der Ballonfahrerei. (…) In seiner “Hauptfreizeit” (ein amtlicher Gregger-Term) baute er an einem neuen Ballon, der angeblich vom Staat finanziert wurde. Greggers Vater saß im Vorstand der Kölner I. H. Stein Bank, der persönlichen Bank von Hitler und Himmler.  Der Sohn wusste bis in die zweite Dezimalstelle Bescheid, wie tief “der Führer und sein Knecht” in der Kreide standen. (…) Der Glückliche hieß Wolfram von Kolkeisen – auch “Töfftöff-Wölkchen” genannt – und beschäftigte sich “hauptfreizeitlich” mit Rennwagen. (…) In der Champagner-Liga unter den Renn-Assen galt nur von Brauchitsch als ernst zu nehmender Konkurrent. Ansonsten vermittelte Wölkchen dem Nobelkarosseriebauer Erdmann & Rossi betuchte Kundschaft und kümmerte sich um die Ausstattung. Auch Emil Janninger, die Kronprinzessin Cecilie und der Prinz von Schaumburg-Lippe vertrauten seinem Rat. Die Wochenscheuen pflegten ihn trotzdem mit drei Prädikaten abzukanzeln: “Klein, blond und überflüssig“, denn Wölkchen verfügte auch über ausgezeichnete Kontakte zur Schaumweinkellnerei Söhnlein, und die zehn Kisten Fürst von Metternich`scher Schloß Johannisberger Sekt, die sich in der Küche stapelten, hatte er organisiert. (…) “


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