Hungersnot in Breisach

Das südbadische Breisach ist eine der am häufigsten belagerten Städte Deutschlands gewesen. In Dielhelms Antiquarius findet sich eine Stelle, welche die Auswirkungen einer viermonatigen Belagerung während des dreißigjährigen Krieges auf die Lebensmittelbeschaffung dokumentiert: “Währender Hungersnoth hat man in der Stadt Brod von Haber, Kleyen und Eichenrinden gebacken, imgleichen Pferd= und anderer Thiere Häute gegessen. Ein viertel, oder halb Malter Kleyen galt damals 132. Gulden, ein Pfund Kleyenbrod 36. Batzen, ein Laib Brod vier Reichsthaler, ein Ey einen Gulden, ein Huhn 5. Gulden, ein Pfund Butter 4. Gulden 6. Batzen, ein Pfund Saltz 12. Batzen, ein Apfel 3. Batzen, ein Kürbis 7. Gulden, ein Pfund Roßfleisch 7. Batzen, ein Pfund Roßkutteln 7. Batzen, zwey Hinterviertel von einem Hund 7. Gulden, ein Pfund Hundsfleisch 7. Batzen, eine Ratze 1. Guld. In Summa, die Hungersnoth war so groß, dass alle Hunde und Katzen, Ratzen und Mäuse verspeiset, ja mehr als 2000. Roß= Ochsen Kühe= Kälber= und Schafshäute, eine in die andere, für 5. Gulden verkauft und verzehrt wurden.”


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