Wer den Rhein gebaut hat

Gestern im Internet. Unversehens läuft so ein Mathias Richling-Mitschnitt. Auf einem jener Portale, welche potente Nutzungsrechteinhaber gern als vor- bis vollverantwortlich für den Untergang des Abendlandes geißeln. Der quäkende hektische Mann erklärt offenbar gerade deutsche Geschichte, ich muß zweimal hinhören, also wiederholt Richling: „Die CDU hat den Rhein gebaut.“ Er hält inne. Wiederholt den Satz erneut. Fährt dann fort: „Und die Autobahnen noch dazu.“ Richling wirkt konfus, von den eigenen Worten überrascht. Doch schnell korrigiert er: „Ich muß mich entschuldigen, es war nicht die CDU, die die Autobahnen gebaut hat, nein, das waren Leute, die später bei der CDU untergekommen sind.“ Aha, hier spricht offenbar einer, der Fehler nicht nur zugeben, sondern sogar ausräumen kann. Rare Spezies. Das mit dem Rhein aber läßt Richling stehen. Ich kann mich nicht erinnern, wer den Rhein in Wirklichkeit gebaut hat, das fällt ins Dunkel meiner Kindheit, völlig aus der Luft gegriffen aber ist Richlings These sicher nicht. Den Rhein gibt’s schließlich bereits seit den 60er, 70er Jahren, logischerweise muß hier von der alten CDU die Rede sein. Mit der ich persönlich nur gute Erfahrungen gemacht habe, nämlich eine einzige: im Jahr 1987 schickte ich eine Vierwort-Postkarte an die CDU-Zentrale: „brauche dringend kohl-poster“. Zwei Tage später war das Poster da. Die CDU hatte fähige Leute damals, wohl nicht nur beim Posterversand. Schnelle Reaktion, keine unnötigen Rückfragen. Und Kohl – der kam schließlich auch vom Rhein.


Stichworte:
 
 
 

Kommentar abgeben: