Rheinfische

Kleine Liste der Fischarten im Rhein (Raub-, Fried- und Fakefische):
Aal, Aland, Äsche, Balse, Bergschnuchs, Barbe, Biegel (lokal auch Bügel), Brachse, Brasse, Döbel, Driefauge, Felche, Felsling, Flunder, Flußbarsch, Grauer, Hecht, Karausche, Kaulbarsch, Kessler-Grundel, Marmorgrundel, Mühlkoppe, Nase, Neunauge, Quappe, Quellkaule, Rapfen, Rotauge, Rotfeder, Schlammpeitzger, Schleie, Schneider, Sonnenbarsch, Steinbeißer, Stint, Ukelei, Weißflossengründling, Wellenweber, Wels, Zander.
Das kanns aber nicht gewesen sein. Diverse Quellen sprechen von mindestens 63 aktuellen Arten (Tendenz steigend), ohne sie sämtlich zu nennen. Ich bitte die geneigte Leserschaft um ergänzende Hinweise.


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31 Kommentare zu “Rheinfische”

  1. Anonymous
    26. März 2009 um 11:24

    Beland, Dornschnorre und Lachs.

  2. Fischfreund
    26. März 2009 um 14:23

    Der Karpfen. Die Elritze. Der Ranft (auch: Halbranft). Der Gründling. Der Stichling. Der Priel. Der Stößer (auch: Regenstößer). Die Wünsche.

  3. Bächleinhelleforelle
    26. März 2009 um 14:47

    “Hülse, Schnalse, Pixe – bratse, aber spickse!”

  4. Rastätter
    30. März 2009 um 07:27

    Vergessen Sie nicht die Murrgrundel. Wir sagten früher auch Murgel oder Gundel.

  5. fischersinfru
    31. März 2009 um 09:11

    timpe, spacke, britze, regenbogengünstling

  6. metakatongo
    1. April 2009 um 08:40

    Rupfe, Rutsche, Ratsche, Babelfisch, Zementmischer, Piranha, Pilse, Katongo-Schmerle

  7. Löwe
    3. April 2009 um 08:13

    Enke, Wiese, Adler

  8. fischisch
    2. Mai 2009 um 12:39

    maifisch. beifisch. zweifisch. eibisch.

  9. die skurrile spurrille
    26. Oktober 2009 um 11:02

    schnitze, bratze, schnelse – killse un dann pellse

  10. Die Fischerin vom Bodensee
    22. April 2010 um 00:26

    Bitterling

  11. Jaap van`t Deelta
    1. August 2010 um 16:47

    De sterlet van de familie van de steuren. Damit du das wohl weisst. Visser Jaap

  12. Stan Lafleur
    1. August 2010 um 19:50

    Is deze vis smaakelijk? Verzeihen Sie bitte mein katastrofales Niederländisch. Und vielen Dank für die Information!

  13. Augenschaum
    12. Februar 2011 um 10:18

    Das Karele

  14. wilde blicke
    8. Juni 2011 um 12:53

    am niederrhein der güster

  15. Angelfreund
    16. Juli 2011 um 18:33

    Bachforelle.

    Sie haben aber nun, wenn ich, die Kommentare zugerechnet, richtig zähle, bereits mehr als 63 Arten gelistet.

  16. Tschudiman
    23. Januar 2012 um 11:43

    Die Grundforelle (Rheinlanke) erscheint auch im Flußgebiete des Rheines in der Bergregion und wird selbst noch in Trons in Bünden 2660′ ü. M. in einem Gewichte von 12-18 Pfund gefangen; die Seeforelle soll im Rhein sogar bis gegen das Dorf Splügen (4480′ ü. M.) aufsteigen in einem Gewicht von drei bis zwölf Pfund und auch in der Landquart tief in die Bergregion herankommen; doch scheinen uns diese Angaben auf einer Verwechslung der See- mit der Grundforelle zu beruhen, da die erstere schwerlich je den See verläßt. Die Rothforelle findet sich einzeln in allen Bergseen auf dem Grunde des Beckens, wo sie auf junge Fischbrut lauert.

  17. tschudilady
    25. Januar 2012 um 18:59

    (…) der Lachs, unser größter Fisch, jung Sälmling, erwachsen vom Frühling bis August Salm, dann bis zu Neujahr Lachs genannt, Salmo solar (das Männchen heißt vom September an auch Haken, das Weibchen Ludern), ist ein höchst sonderbarer Wanderfisch, halb Süßwasser-, halb Meerthier. Aus dem nördlichen Weltmeer, wo er besonders an der skandinavischen Küste hinstreicht, steigt er oft im April schon, oft später, in langsamen Zügen in spitzwinkeligen Linien, die schwersten Roger voran, alle Flüsse Deutschlands hinauf, kommt im Mai bei Basel durch den Rhein her, schnellt sich mit kräftigem Schwanzschlag die laufenburger Stromschnelle hinan, schwimmt im August in die kleinern Flüsse, zieht ohne Aufenthalt durch die Länge der Seen nach deren Zufluß, fährt diesen aufwärts, überspringt leicht Wehre und Rechen, vertheilt sich in alle großen Seitenbäche, die schnellen Lauf und kiesigen Boden haben, und gelangt so in die Bergregion auf wunderbarer Irrfahrt. (…)

  18. Helm Diel
    7. April 2012 um 09:27

    Hechte, Forellen, Karpfen, Aale, Schleyen, Grundeln, Raupen, Braßen, Barben, ferner Burlinge, welche ziemlich groß werden, Rinken, Rauchigel, so gar klein bleiben. Logeln, Aßeln, Fürnen und Ringeln, welche schier den Häringen gleichen. Alanden, Drieschen, Langen, oder sogenanten Rheinlangen, eine Art von Lachsforellen, sehr wohl zu essen. Rheinlanken, Innlanken oder Rheinlacher. Prächse, so an etlichen Orten Blicken heissen. Truschen, Aalruppen oder Quappen, so in Oesterreich Rutten heissen. Schaider oder Welse, Wälinen oder gleichsam Balänen.

  19. rotmund
    6. Oktober 2012 um 10:59

    Schwarzmund-Grundel

  20. ox moc xom
    8. Oktober 2012 um 16:58

    Wenn schon die Grundeln, denn schon die Grundeln: Nackthalsgrundel, Schwarzmundgrundel, Kessler-Grundel, Marmorierte Grundel, Flußgrundel. Es grundelt gehörig im Rhein. Haben Sie in Ihrer Liste schon den Wolfsbarsch? Früher gabs im Rhein Hausen, Seesaibling und Silberkarpfen, heuer nicht mehr. Über Wasserpflanzen liest man bei Ihnen garnichts. Ox Moc Xom

  21. Stan Lafleur
    8. Oktober 2012 um 17:01

    Danke! Werde mich um die Wasserpflanzen kümmern.

  22. G. Friedmann
    24. Oktober 2012 um 12:09

    Sehr geehrtes Rheinsein -

    sie ist sehr interessant, Ihre Liste. Schon seit vier Jahren und 274 Tagen befasse ich mich statistisch mit Rheinfischen und darf behaupten, daß jede neue Quelle zugleich auch ein Quell der Freude und der Unsicherheit darstellt. So listet der niederländische RheIndex 47 Arten, Stand 2011. Darunter, soweit nicht oder nur teilweise, beziehungsweise in differierender Nomenklatur bei Ihnen zu finden, u.a.: Stör, Schwarzer Zwergwels, Schmerle, Blicke, Rheinschnäpel, Dorsch/Kabeljau, Groppe, Gründling, Huchen, Bachneunauge, Flußneunauge, Meerneunauge, Hasel, Barsch, Goldorfe, Regenbogenforelle, Meerforelle, Bachsaibling und Hundsfisch. Wenn wir wissen oder zu wissen glauben, wieviele Arten davon bereits ausgestorben sind oder nicht mehr oder nie im Rhein vorkamen, sollten wir dennoch die niederländischen Wasservorkommen, also das niederländische Rheinsystem und alle damit verbundenen Wassereserven nicht unterschätzen. Was denken Sie? Was glauben Sie denn, wieviele der bei Ihnen gelisteten Arten tatsächlich im Rhein vorkommen oder vorkamen? Ich wünsche uns, daß die Tiefen des Rheins uns noch viele Fischarten verbergen und eines Tages entdecken mögen. Gerne sende ich Ihnen bei Interesse meine statistischen Unterlagen, die ohne Ihre Website ärmer wären.

    Mit freundlichen Grüßen

  23. Nasen!
    8. Dezember 2012 um 12:39

    Jetzt gibt’s auch Felchen im Rhein, schreibt die Badische Zeitung hier: http://www.badische-zeitung.de/rheinfelden/jetzt-gibt-s-auch-felchen-im-rhein–66649136.html

  24. G. Friedmann
    22. August 2013 um 15:37

    Sehr geehrter Herr Lafleur,

    gestern hörte ich einen interessanten Radiobeitrag im Deutschlandfunk. Einen Ausschnitt aus dem Manuskript kopiere ich Ihnen unten ein. Sind es nun vier (wie Herr Borcherding sagt) oder fünf (wie ox moc xom behauptet) verschiedene Grundelarten im Rhein? Oder, aufgrund der Kreuzung bereits sechs? Und wie hieße die neue Art? Borcherding-Grundel nach ihrem Entdecker? (Der gute Mann wird ja wohl nicht nachgeholfen haben?)

    „Jost Borcherding (…) leitet die Ökologische Außenstation der Universität Köln in Rees am Niederrhein, nicht weit von Emmerich. Erst jüngst entdeckten Borcherding und seine Mitarbeiterinnen, dass sich die Schwarzmaul- und die Flussgrundel inzwischen im Rhein kreuzen, also im Begriff sind, eine neue Art zu bilden. “Da klingeln bei vielen Ökologen auf einmal Alarmglocken.” Denn eine Kreuzung könnte noch konkurrenzfähiger sein als die vier bisherigen Grundelarten – und der heimischen Fischfauna das Wasser noch stärker abgraben.“ (Aus einem Sendemanuskript des Deutschlandfunks vom 21. August 2013)

    Mit freundlichen Grüßen

  25. Ludwig Janssen
    23. August 2013 um 08:10

    Jetzt, neu:
    Quellphin und Großer Salomones! :)

  26. G. Friedmann
    17. Januar 2014 um 12:04

    Sehr geehrter Herr Lafleur,

    das Moderlieschen, das fehlte in der Liste! Ich kopiere Ihnen ausschnittsweise einen Artikel aus der WELT in den Kommentar:

    “Im Rhein sind unbekannte Fischarten wie das Moderlieschen zu Hause, aber auch bekannte wie Hecht oder Zander. Dank besserer Wasserqualität sind deutlich mehr Arten unterwegs als noch vor Jahren.
    Der Maifisch ist zurück im Rhein: Drei kleine Jungfische, entdeckt im Dezember bei Karlsruhe, sind für die Fachleute der Beweis für den Erfolg der aufwendigen Programme zur Wiederansiedlung. Vor mehr als einem halben Jahrhundert verschwand der heringsartige Fisch im Rhein. Die Elterntiere der jungen Maifische wurden wohl 2008 in Düsseldorf ausgesetzt und fanden nach mehrjährigem Aufenthalt im Meer zurück, so das Umweltministerium in Düsseldorf.
    Doch auch andere Fische tummeln sich wieder im Fluss. Hecht, Zander, Lachs, Wels und Flunder sind wieder im 226 Kilometer langen NRW-Abschnitt unterwegs. Grund sei die inzwischen deutlich bessere Wasserqualität, sagt der Fischereibiologe Ludwig Steinberg vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv).” (Aus “Die Welt” vom 09. Januar diesen Jahres)

  27. G. Friedmann
    6. August 2014 um 09:57

    Sehr geehrter Herr Lafleur,

    in einem FAZ-Artikel vom 11. Juli 2002 fand ich folgende Informationen:

    “Zobel und Mamorgrundeln aus dem Donauraum sind bereits nachgewiesen worden und besiedeln den Rhein. (…) Als weitere Fischarten haben wir beispielsweise die Regenbogenforelle, die allerorten gezüchtet wird und immer wieder entfleucht.”

    Zobel und Regenbogenforelle hatten Sie noch nicht gelistet.

  28. Pax Pisciscum
    21. November 2014 um 13:08

    Hallo Herr Lafleur! Das ist ja eine ganz imposante Liste! Bei uns im Hochrhein gibt es den Strömer. Den konnte ich bei Ihnen nicht finden. Sonnige Grüße, ein Fischfreund

  29. Anke Fleischer
    8. Dezember 2014 um 09:51

    Sag mir wo die Fische sind! Eine tolle Liste! Wir kennen noch, das heisst, auf der Liste fehlen der Giebel und die Bibel. Der Giebel heißt bei uns auf dem Land auch Halbfisch und die Bibel ist eh klar. Wir haben hier auch den Graskarpfen. Und den Marmorkarpfen. Und den Silberkarpfen. Also ziemlich viele Karpfen. Normale Karpfen sowieso. Und Koi. Die hat ein Aquarianer ausgesetzt und manche von denen leuchten nachts!

  30. Dragica Mikulić
    15. März 2017 um 10:24

    Darf mich meiner Vorkommentatorin gerne anschliessen: Es gibt neben Koikarpfen übrigens auch Goldfische, Blaubandbärblinge und amerikanische Sonnenbarsche aus Teichen und Aquarien ausgesetzt bei uns im Rhy.

  31. F. Ackermann
    17. April 2017 um 14:03

    Seit acht Jahren beobachte ich diesen Kommentarstrang sehr genau, Herr Lafleur. Es wird hier viel Humbug verzapft, den der Fisch im Rhein nicht verdient. Da zahlt es sich eben doch aus, parallel die Qualitätspresse zu sichten, die einen deutlich realistischeren Standpunkt vertritt, was die Anzahl der im Rhein vorkommenden Fischarten anbelangt. Ich kopiere Ihnen gerne diesen Artikel ein, aus dem sich ersehen lässt, wie vernünftige Menschen mit diesem Thema umgehen können: seriös recherchiert und ohne Übertreibungen. Und falls Sie wissen wollen, wo so geschrieben wird: Er stammt aus der Rheinischen Post.

    Mit freundlichen Grüssen
    F. Ackermann

    “Bis auf den Aal kann man alle Fische aus dem Rhein bedenkenlos essen”, sagt Uwe Ludwig. Der Kaarster ist Fischereiaufseher der Rheinfischereigesellschaft und Mitglied im Krefelder Angelsportverein.

    “Der Fisch aus dem Rhein war schon seit Jahrzehnten nicht mehr so gut wie momentan.” Derjenige, der das sagt, ohne dabei rot zu werden, muss es wissen. Uwe Ludwig, Mitglied im Krefelder Angelsportverein, ist als Fischereiaufseher der Rheinfischereigesellschaft für Neuss bestellt, und überdies war er bis vor Kurzem auch noch der Referent für Umwelt- und Gewässerfragen in den Diensten des Rheinischen Fischereiverbandes von 1880 mit Sitz in Sankt Augustin. Darum angelt er auch im Rheinabschnitt vor Krefeld, und er würde diese Stelle um nichts in der Welt eintauschen wollen. “Es gibt kaum einen Ort, wo es spannender ist zu fischen, als im Rhein”, sagt er.

    Fluss ist eben nicht gleich Fluss, und gerade der Rhein birgt Geheimnisse. “Du weißt nie genau, was du am Haken hast”, sagt Ludwig, “weil immer wieder neue Fischarten anbeißen, von denen man dachte, sie würde es hier nicht mehr geben.” Eine Flunder habe er beispielsweise einmal am Haken gehabt. Die galt hier jahrelang als höchst selten, ist aber inzwischen wieder häufiger gefangen worden.

    Das Auf und Ab beim Vorkommen an Lebewesen im Rhein ist keine Seltenheit. Die Population der Chinesischen Wollhandkrabbe, die Anfang des 20. Jahrhunderts vermutlich als Larve mit dem Ballastwasser von Handelsschiffen aus dem Reich der Mitte nach Europa eingeschleppt wurde, hat sich zunächst rasch im Rhein verbreitet und ist zur regelrechten Plage geworden. Heute ist der Bestand wieder stark zurückgegangen. Dafür hat sich die Schwarzmaul-Grundel stark vermehrt. Das wiederum freut Barsche und Zander, weil die gerne jene Grundeln fressen – obschon sie sich manchmal die Zähne daran ausbeißen. “Der Zander stößt von oben auf die Grundel herab, und manchmal bricht er sich dann an den Steinen am Grund einen Zahn ab”, erläutert Ludwig. Über 40 Fischarten sind inzwischen heimisch im Rhein – auch ein Zeichen für die wieder gute Qualität des Wassers. Der Maifisch etwa, der früher im Rhein weit verbreitet und dann fast ausgestorben war, ist vor einigen Jahren zurückgekehrt. Neuester Heimkehrer ist der Nordseeschnäpel, der zuletzt Rudi Hell am Ufer vor Grieth ins Netz seines bis ins 19. Jahrhundert gebräuchlichen niederländischen Schiffstyp Aalschokker namens Anita II gegangen war. Hell, 79 Jahre alt, gilt übrigens als letzter Aalfänger in NRW und deshalb als regelrechte Berühmtheit, so dass sogar schon ein japanisches Fernsehteam über ihn berichtet hat – aber das nur am Rande.

    In Koblenz gibt es vielversprechende Ansiedlungsprogramme für den Lachs, der allmählich den Weg zurück in den Rhein findet. Gleiches gilt für den Wolfsbarsch, der schon im römischen Reich ein beliebter Speisefisch war und heute unter dem Namen “Loup de Mer” (obschon das wörtlich eigentlich Seewolf heißt) in der Küchensprache bekannt ist. Allerdings: Solch einen Brocken an die Rute zu bekommen, ist mit viel Glück verbunden. Krefeld gilt in Sachen Angeln als Brassen- und Barben-Region. Darum baumeln hier meistens Rotaugen oder Brassen am Haken. Letztgenannte sind bei Fischessern nicht immer gut gelitten, haben sie doch ziemlich viele Gräten. “Darum werden sie oft für Frikadellen verwendet oder kommen durch eine Grätenschneidemaschine, so dass sie filetiert werden”, sagt Uwe Ludwig. Außerdem gilt Krefeld, beziehungsweise der Bereich der Flachwasserzonen des Gebietes der Spey als Hechtrevier – die Gegend dort ist allerdings Naturschutzgebiet. Was sich in den vergangenen Jahren nicht verändert hat, ist ein weitere Punkt, der für das Angeln am Rhein spricht: der Schiffsverkehr. “Die Schiffe als Hintergrund beim Angeln zu haben, ist schon spektakulär”, sagt Ludwig. Die Fische lassen sich übrigens von den vorbeifahrenden Pötten, selbst von den Partyschiffen, nicht mehr beeinflussen. “Die kennen das ja gar nicht anders.”

    Dennoch hat der Hobbyangler eine Veränderung im Wesen der Fische ausgemacht: Sie verlegen ihre Beutezüge immer mehr in die Abendstunden hinein, wenn’s also draußen dunkler ist. Das hat nichts mit dem Schiffsverkehr am Tag zu tun, sondern mit ihren Feinden. “Im Krefelder Sporthafen sitzen jeden Morgen bis zu 400 Kormorane und lauern auf Beute”, sagt Ludwig. Je dunkler es wird, desto mehr Schutz haben die Fische also, um sich vor den Vögeln zu verstecken. Das klappt allerdings nicht immer. Häufig zieht Ludwig Fische aus dem Wasser die auf dem Rücken Bissspuren von Vogelschnäbeln aufweisen.

    Wer nun selbst Angeln möchte (und über die entsprechenden Lizenzen verfügt), dem rät Uwe Ludwig, es in den Einfahrten zu den Häfen zu probieren. Denn dort trifft das wärmere Wasser aus dem Hafen auf das kältere direkt aus den Fluss, und durch die Wasserverwirbelung sammelt sich dort häufig Futter an. “Darum sind die Einmündungen dann häufig Rückzugsgebiete für den Zander, der hier seine Beute findet.” Für den wiederum es es sogar von Nachteil, dass der Rhein wieder sauberer wird: Den beliebten Speisefisch zieht für gewöhnlich die trüberen Gewässer vor.

    Apropos Essen: Einen Fisch, so empfiehlt nicht nur Ludwig, sondern auch der Gesetzgeber, sollte man besser nicht aus dem Rhein essen: den Aal. “Der Aal durchwühlt den Boden auf der Suche nach Nahrung. Dadurch nimmt er die Schwermetalle auf, die dort vor allem nach den Chemieunfällen in den achtziger Jahren immer noch angelagert sind, und reichert sie in seinem eigenen Fett an. Sie sind häufig mit Dioxin belastet, darum sollte man sie nicht essen”, erläutert der Experte. “Aber sonst sind alle Fische wieder genießbar.”

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