Von Ettlingen nach Mühlburg

Was weiß Dielhelm über Ettlingen? (Der Rheinische Antiquarius ist übrigens derzeit um rund 600-800 Euro antiquarisch per ZVAB zu haben. Das liegt etwas außerhalb meines Budgets. Ich werd mir das vorerst weiter über Googles Scan-Bibliothek am Bildschirm gönnen. Muß ohnehin bald mal wieder meine Augen checken lassen.) Nun, viel weiß er nicht, aber was er vermutet, hat es doch in sich, zumal sich unbeweisbare Geschichten von angeblichen Trojanergründungen am Rhein hartnäckig halten: „Ettlingen ist eine kleine Stadt und Amt in der marggrafschaft Baadenbaaden. Anfangs war sie nur ein Dorf, und soll lange vor Christi Geburt schon von einem Trojaner, namens Phorcys, der es Posidonopolis genennet, mit Pforzheim seyn erbauet worden. In ersten Zeiten gehörte es dem Abt zu Cronweissenburg; ist aber nachgehends vom Kaiser Otto dem III. dem Marggrafthum Baaden einverleibet worden, daher es auch noch kommen soll, daß die Weissenburger durch Ettlingen zollfrey sind. Inzwischen ist es das Vaterland Francisci Irenici, welche unter dem Kaiser Maximiliano dem I. gelebet hat, und dessen Exegelis Germaniae oder Beschreibung von Deutschland in 12. Büchern den Gelehrten wohl bekant ist. (…)“ Wohl wohlbekannt war, ist hier anzumerken. Dielhelm beschreibt dann noch das Ettlinger Stadtwappen und nennt die vier Markttage („auf Matthias, Jacobi, Martini und vor Christag“) und zieht dann, ohne Rüppurr und sonstige Siedlungen, die eigentlich dazwischen liegen mußten, zu streifen, weiter nach dem heutigen Karlsruher Stadtteil Mühlburg, das einen der schönsten nichtssagenden Einträge erhält, die ich aus zahlreichen Rheinbeschreibungen kenne: „Mühlberg ist ein kleiner Ort, und liegt etwas einsam, zwey Stunden von Durlach und eine kleine vom Rhein, vormals hat es ein schönes und festes Schloß gehabt.“


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